Königsplatz: Bauleute klagen über unvorsichtige Fußgänger

Kassel. Es geht voran. Die Baugrube für den Neubau des Modehauses Peek & Cloppenburg (P & C) am Königsplatz ist fast fertig. Der große Bagger, der viele Monate dort im Einsatz war, hat seine Schuldigkeit getan.

Am Dienstag wurde er mit Hilfe eines Autokrans aus der bis zu zwölf Meter tiefen Baugrube gehievt und durch einen kleineren Bagger ersetzt. Eine Herausforderung für die Bauleute, die mitten in der Stadt im Einsatz sind und mit uneinsichtigen Fußgängern zu kämpfen haben.

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Auch während der 30-Tonnen-schwere Bagger am Haken hing, liefen Passanten an der Baustelleneinfahrt an der Wolfsschlucht vorbei, anstatt die gegenüberliegenden sicheren Bürgersteige zu benutzen. Die gelben Absperrrungen, die das Amt für Straßenverkehr und Tiefbau vor einer Woche dort aufgestelllt hat, halten sie offenbar nicht davon ab, mitten über die Straße zu laufen.

Die Baustelle auf dem Kasseler Königsplatz

„Die Leute sind unbelehrbar“, sagt die für Baustellen zuständige Mitarbeiterin Monika Büthe. Abteilungsleiter Gerhardt Ebbrecht appelliert an die Vernunft: „Man sollte die Schilder ernst nehmen und nicht kreuz und quer laufen“, sagt er. Doch selbst der Sicherheitsposten, der an der Kreuzung von Kölnischer Straße, Mauerstraße und Wolfsschlucht den ganzen Tag über im Einsatz ist, kann nur wenig ausrichten. Mütter und Väter schieben Kinderwagen über die Kreuzung, junge Leute laufen dort ebenso entlang wie alte Menschen.

Das ist riskant. Tieflader und andere Lastwagen müssen dort auf engem Raum rangieren. „Es kann immer etwas passieren“, sagt Polier Andreas Kastrop von der Baugesellschaft Emmeluth. „Wir versuchen alles abzusperren. Aber es gibt immer uneinsichtige Leute.“ Der kleine Schlenker, den Fußgänger wegen der Baustelle über den Zebrastreifen an der Kölnischen Straße machen müssten, sei für viele offenbar schon zu viel.

Wenn ab Freitag der erste Abschnitt des Betonfundaments gelegt wird, fahren laut Kastrop vier bis sechs Lkw am Tag auf die Baustelle und rückwärts wieder raus. Dann werde Tag und Nacht gearbeitet. Polier Michael Wolf von der Firma Schnittger klagt ebenfalls. „Die Leute laufen quer hier runter. Wenn da etwas passiert... Aber die Leute hören nicht.“

Sogar die Busse müssten stehen bleiben, weil Fußgänger einfach auf der Straße liefen. Wie ein junger Mann, der gestern quer über die Kreuzung marschierte. Offensichtlich hatte er die Baustelle und die damit verbundenen Gefahren nicht wahrgenomen. Er habe sich nichts dabei gedacht, erklärte der 25-Jährige auf Nachfrage. „Eigentlich sollte man sich aber Gedanken machen“, sagte er dann etwas schuldbewusst. (els)

Rubriklistenbild: © Koch

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