"Alles cool"?

CDU sorgt mit Schwimmreifen-Plakat für Aufsehen

Imagekampagne soll junge Leute ansprechen: Mit diesem „coolen“ Plakat macht die Kasseler CDU derzeit auf sich aufmerksam. Mitinitiatoren sind Felix Heere (li.) und Valentino Lipardi. Foto: Michaelis

Kassel. Ein junger Mann mit durchtrainiertem Oberkörper im Schwimmreifen grinst einen derzeit an etwa 70 Standorten in Kassel von rund 200 Plakaten an.

„Alles cool“ steht über seinem ausgestreckten Daumen. Wer genau hinsieht, stellt fest, dass hinter diesem Motiv die Kasseler CDU steckt.

Innerhalb der Partei habe sich eine elfköpfige Arbeitsgruppe die Kampagne überlegt, zu der eine Seite im sozialen Netzwerk Facebook gehört, berichten Felix Heere und Valentino Lipardi. Die Plakate sollen zeigen, „wie wir die CDU sehen“, sagt der 25-jährige Heere, der als studentische Hilfskraft im Wahlkreisbüro der Landtagsabgeordneten, Justizministerin und CDU-Kreisvorsitzenden Eva Kühne-Hörmann arbeitet.

Das Bild vom „Rentnerverein“ sei „nicht ganz richtig“. Gezielt versuche die CDU mit der „Imagekampagne“ etwas, „was man so nicht von uns erwartet“, sagt der 27-jährige Lipardi, der wie Heere Beisitzer im Kreisvorstand ist. Den Start in den Wahlkampf zur Kommunalwahl im Frühjahr 2016 sollen die Plakate nicht einläuten, versichern sie.

Erste Reaktionen gab es schon, die meisten positiv, sagen Heere und Lipardi. Doch auf der Facebook-Seite ist eine Zuschrift zu lesen, in der Inhaltsleere und die fehlende politische Botschaft kritisiert werden. „Stimmt nicht“, entgegnet Lipardi. Letztlich werde die „Politik der kleinen Schritte“ der CDU-Bundesvorsitzenden Angela Merkel symbolisiert. Die Kanzlerin bleibe „cool“ und reagiere nicht überhitzt. Dadurch gehe es Deutschland und der CDU gut – „alles cool“ eben.

Das treffe auch auf Kassel mit vielen schönen Ecken zu. Und das, obwohl Rot-Grün in der Stadtpolitik mit Mehrheit ohne die CDU regiert? Darauf antworten Heere und Lipardi mit einem Lachen.

Der Kreisvorstand stehe einstimmig hinter der Kampagne und finanziere sie auch, sagt Heere. Dabei sei die erste Reaktion von Parteichefin Kühne-Hörmann verhalten gewesen. Doch die rege Diskussion im Vorstand habe die gewünschte Reaktion bestätigt, nämlich bei jüngeren Leuten ins Gespräch zu kommen. Über Inhalte könne man mit möglichen neuen Mitgliedern ja noch später diskutieren.

Der CDU-Spitzenkandidat für die Kommunal- oder Oberbürgermeisterwahl sei der grinsende Mann in Badehose übrigens nicht, versichern Heere und Lipardi. Wer er ist, wissen sie auch nicht. Im Internet seien sie auf das lizenzfreie Motiv gestoßen. Es symbolisiere einfach am besten das Bild, was die CDU von sich vermitteln will.

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