Geschäftsführer soll AKGG und Buntstift GmbH erleichtert haben

Sozial-Konzern droht Skandal um Pleite

Kassel. Die Pleite des Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG) mit 253 Beschäftigen in Kassel und Nordhessen weitet sich offensichtlich zu einem handfesten Skandal aus. Der langjährige Geschäftsführer des Sozialträgers, Reinhard M., nutzte möglicherweise seine Stellung aus, um sich selbst zu bereichern. Er soll so mehrere 10 000 Euro unrechtmäßig kassiert haben. Der von der SPD geführte Aufsichtsrat schaute zu oder merkte nichts.

Reinhard M. war im Jahr 2002 als Geschäftsführer eingestellt worden. Die erste Merkwürdigkeit: Der Aufsichtsrat bewilligte einen Vertrag, der am Umsatz orientiert war. Daraus resultierte eine Wachstumspolitik, die in die Insolvenz führte.

Im Jahr 2007 übernahm Reinhard M. auch noch die Geschäftsführung bei „Buntstift“. Der AKGG hat den gemeinnützigen Ausbildungsbetrieb, der heute 77 Mitarbeiter hat, selbst aus der Insolvenz gerettet. Ohne die zuständigen Gremien zu fragen, soll sich M. ein weiteres Geschäftsführergehalt (2500 Euro im Monat) bewilligt haben. Abgesegnet wurde der Vertrag nur von der Prokuristin des AKGG.

Im Januar 2009 bewilligte der Arbeitskreis nach HNA-Informationen dem Geschäftsführer dann von sich aus eine Gehaltserhöhung – allerdings ohne zu wissen, dass er bereits bei „Buntstift“ ein zweites Gehalt bezog. Reinhard M. plagte offensichtlich das schlechte Gewissen: Nach einem Monat reduzierte er selbst die Gehaltserhöhung.

Reinhard M. soll außerdem mit sich selbst einen Darlehensvertrag in Höhe von 2600 Euro abgeschlossen haben. Zinssatz null Prozent. Gemunkelt wird außerdem, dass die AKGG-Zahlen für den Steuerberater manipuliert worden sein sollen. Von all dem hat der Aufsichtsrat offenbar nichts mitbekommen. Vorsitzender ist der Kasseler SPD-Geschäftsführer Norbert Sprafke. ZUM TAGE / DRITTE SEITE

Von Frank Thonicke und Marcus Janz

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