Verdi-Bezirk zum Schlichtungsergebnis: „Hatten uns mehr erhofft“

Kita-Streik: Sozialarbeiter sind tief enttäuscht

Kassel. Zehn Prozent waren angepeilt, zwischen zwei und vier Prozent mehr stehen jetzt für die Beschäftigen in Aussicht: Die Sozialarbeiter sind tief enttäuscht.

Die Schlichtungsempfehlung im Erziehungs- und Sozialdienst hat unter den Mitgliedern des Ver.di-Bezirks Nordhessen keine Begeisterung ausgelöst.

Es sei nicht das, was man sich erhofft habe, räumte Gewerkschaftssekretärin Gisela Horstmann ein. Mit einer Aufwertung der Arbeit habe das nichts zu tun, das müsse man eingestehen, sagt die Ver.di-Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung.

Ganz bitter sei das Schlichtungsergebnis für die Mitarbeiter im Sozialdienst. Für sie sei nur eine Erhöhung der letzten Entgeltstufe angedacht. Horstmann: „Die Sozialarbeiter sind zutiefst enttäuscht.“ Bisher habe sie nur Reaktionen einzelner Mitglieder. Ein Stimmungsbild erwartet sie von der Mitgliederversammlung, zu der für Samstag in das Philipp-Scheidemann-Haus eingeladen wird und in der Ver.di über die Details informieren will.

Nach der Schlichtungsempfehlung sollen vor allem Mitarbeiter in der Kinder- und Behindertenpflege sowie ältere und leitende Beschäftigte von Verbesserungen profitieren. Unter anderem seien zwei neue Entgeltgruppen vorgesehen. Angesichts der sehr komplizierten Regelungen, so Horstmann, sei es auch schwierig zu sagen, was das für den einzelnen Beschäftigen bedeuten würde.

Kein Ende in Sicht

„Man kann damit nicht leben, man kann damit aber auch nicht sterben“, lautet Horstmanns Bilanz nach vier Wochen Streik in den kommunalen Einrichtungen von 27 nordhessischen Städten und Gemeinden. Den Streik zur Schlichtung ausgesetzt, sind die Erzieher und Sozialarbeiter schon seit zweieinhalb Wochen wieder im Dienst. Ein Ende der Tarifauseinandersetzung ist damit aber noch lange nicht in Sicht.

Aller Voraussicht nach wird am heutigen Freitag die Ver.di-Bundestarifkommission die Mitgliederbefragung beschließen. Laut Horstmann wird die Befragung bis Ende Juli dauern. Dann erst liegt das Votum vor, ob die Tarifrunde geschlossen oder der Streik erneut aufgenommen wird.

Für die Eltern bedeutet das: Bis zu den Schulferien (ab 27. Juli) ist die Betreuung ihrer Kinder in einer kommunalen Kita gesichert. Ansonsten ist Geduld angesagt. Was danach kommt, hängt vom Votum Ende Juli ab. Und ob auch die Stadt Kassel das während des Streiks eingenommene Betreuungs- und Essensgeld zurück erstattet, wird erst nach Abschluss der Tarifauseinandersetzung entschieden.

Rubriklistenbild: © dpa

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