Viele Schüler arbeiten am um Geld für Hilfsprojekte zu verdienen

„Sozialer Tag“: Als Aushilfe ins Kanzleramt

Janika Steiner aus Kirchditmold (19) nimmt am Sozialen Tag der Jugendhilfsorganisation „Schüler Helfen Leben“ teil. Foto: Schaffner

Kassel. Janika Steiner ist schon ganz aufgeregt. Morgen wird sie für einen Tag als Aushilfe im Bundeskanzleramt arbeiten. „Frau Merkel ist diese Woche aber in Washington, sonst wäre ich wohl noch nervöser“, sagt die 19-jährige Schülerin von der Kasseler Jacob-Grimm-Schule.

Sie ist eine von bundesweit 100.000 Schülern, die sich für den „Sozialen Tag“ am Mittwoch einen Job gesucht haben. Anstatt in die Schule zu gehen, wollen sie tatkräftig Geld für die Jugend-, Bildungs- und Friedensarbeit auf dem Balkan verdienen. Nach Angaben der Jugendhilfsorganisation „Schüler Helfen Leben“ (SHL), die seit 1998 zum Sozialen Tag aufruft, kamen so schon mehr als 18 Millionen Euro für 130 Projekte zusammen.

Ob Rasen mähen in Omas Garten, Teig kneten beim Bäcker um die Ecke, Akten ordnen im Anwaltsbüro oder als Aushilfe bei der Kanzlerin - den Lohn überweisen die Arbeitgeber direkt an die Jugendhilfsorganisation. Welchem Projekt das Geld dann zugute kommt, entscheiden die Organisatoren sowie 250 Schülervertreter anschließend bei einem Treffen in Berlin, an dem auch Janika teilnehmen wird. Das Projekt, das von dem Erlös unterstützt wird, müsse allerdings bestimmte Kriterien erfüllen, erklärt die Kirchditmolderin. „Es muss sich an Kinder und Jugendliche richten, auf Nachhaltigkeit basieren und sich nach einer gewissen Zeit selbst tragen können.“ Im vergangenen Jahr flossen 1,6 Millionen Euro nach Albanien, um Straßenkindern zu helfen.

Während morgen in anderen Bundesländern ganze Schulen leer sind, ist die größte von Schülern organisierte Hilfsaktion Europas in Hessen noch nicht so bekannt. „Kasseler Schulen haben da noch Nachholbedarf“, sagt Janika. Aus Kassel mache beispielsweise nur ihre Schule mit. „Dabei ist es so ein gutes Gefühl, mit wenig Arbeit anderen helfen zu können, denen es nicht so gut geht wie uns“, sagt sie.

Egal ob Kanzleramtschef Ronald Pofalla sie mit viel oder wenig Arbeit empfängt, Janika freut sich schon - auch wenn sie noch nicht weiß, wo sie eingesetzt wird. „Ich mache aber jede Arbeit - ist ja für einen guten Zweck.“ (psn)

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