Sozialkonzern AKGG nicht mehr insolvent: 260 Jobs gerettet

+

Kassel/Melsungen. Gute Nachricht für die Region: Das Insolvenzverfahren des Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG) ist aufgehoben.

Das gemeinnützige Unternehmen für die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe mit 20 Standorten in Stadt und Kreis Kassel sowie dem Schwalm-Eder- und dem Werra-Meißner-Kreis ist damit gerettet. Das gilt auch für die insgesamt 260 Arbeitsplätze in der Region. Vor einem Jahr war der Sozialkonzern mit Sitz in Melsungen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, hatte sich mit der Übernahme des Kasseler Ausbildungsträgers Buntstift und mit einem Seniorenservice in Melsungen übernommen.

Lesen Sie auch:

- Nach AKGG-Insolvenz: Zukunft der Freestyle-Halle ungewiss

- Sozialkonzern AKGG erhebt Ansprüche gegen Ex-Geschäftsführer

- Insolventes Unternehmen: "Buntstift"-Rettung ist so gut wie sicher

Zudem soll sich der frühere Geschäftsführer persönlich bereichert, der damalige Aufsichtsrat seine Kontrollpflichten verletzt haben. Ende November 2011 war die gemeinnützige GmbH zahlungsunfähig. Jetzt hat das Amtsgericht Fritzlar das Insolvenzverfahren aufgehoben.

Es sei gelungen, die Sanierung des Unternehmens erfolgreich abzuschließen, sagt Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Carsten Koch (Kanzlei Westhelle und Partner). Möglich wurde das, weil die Beschäftigten auf vier Prozent ihres Gehalts und die Jahressonderzahlung verzichten. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen leistet mit einem Darlehen von 500.000 Euro und Bürgschaften über 250 000 Euro ebenfalls einen Beitrag zum Fortbestand des Unternehmens.

„Es wäre fatal gewesen, wenn diese gut arbeitende Organisation zerschlagen worden wäre“, sagt Harold Becker, Regionalgeschäftsführer des Verbandes. „Das Unternehmen hat betriebswirtschaftlich alle Chancen, am Markt zu bestehen“, ist Insolvenzverwalter Koch überzeugt. „Jetzt gucken wir nach vorn“, sagt der neue Geschäftsführer Søren Link, der seit sechs Wochen an der Spitze steht und nun voll über den Geschäftsbetrieb verfügen darf.

Von Jörg Steinbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.