Gefräßige Tiere

Massenhaftes Auftreten: Gärtner klagen über Schnecken-Plage

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Das massenhafte Auftreten von Schnecken sorgt bei Kleingärtnern und Gartenfreunden für Ärger. Durch die feuchte Witterung herrschen derzeit ideale Bedingungen für die gefräßigen Tierchen.

Kassel. Das massenhafte Auftreten von Schnecken sorgt bei Kleingärtnern und Gartenfreunden für Ärger. Durch die feuchte Witterung herrschen derzeit ideale Bedingungen für die gefräßigen Tierchen.

„Wir haben eine regelrechte Schnecken-Plage", bestätigt Reinhold Six vom Stadt- und Kreisverband Kassel der Kleingärtner.

Vor allem Nacktschnecken sind es, die über die Zier- und Gemüsebeete der Gärtner herfallen. Hier ist vor allem die Spanische Wegschnecke zum Problem geworden. Sie hat sich - eingeschleppt aus dem Mittelmeerraum - in den vergangenen Jahren auch in Nordhessen rasant ausgebreitet. Diese Art ist, anders als die einheimischen Nacktschnecken, besser auf trockene Perioden eingestellt, sodass mehr Tiere überleben, erklärt Dr. Kai Füldner vom Kasseler Naturkundemuseum.

Die Schnecken-Plage tritt zwar jetzt beim Regenwetter zutage, die Ursachen liegen aber bereits im vergangenen milden Winter. Wegen des ausbleibenden Frosts sind kaum Schneckeneier kaputt gegangen. Durch die anhaltende Feuchtigkeit kriechen die schleimigen Tiere jetzt massenhaft hervor und schaffen auch längere Wegstrecken ohne auszutrocknen. „Die haben jetzt einfach einen größeren Aktionsradius“, sagt Füldner. Bei trockenem Wetter hingegen blieben die Schnecken in der Erde. Bei längerer Trockenheit gingen sie dort ein.

Zur Bekämpfung empfiehlt Hans-Jürgen Bromeis von der Hessischen Gartenakademie in Kassel, Schneckenzäune um die Beete aufzustellen. Oder die Tiere regelmäßig einzusammeln und dann ins Feuer zu werfen oder mit kochendem Wasser zu übergießen. Auch gegen den Einsatz von Schneckenkorn sei in der Regel nichts einzuwenden.

Wie sich die Schnecken-Population weiter entwickelt, hängt vor allem vom kommenden Winter und dem Frühjahr ab. Im Herbst legen Nacktschnecken mehrere hundert Eier pro Exemplar. Bei mildem Winter und feuchtem Frühjahr könnte sich das Problem also noch potenzieren. (rud)

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