In Rothenditmold etabliert sich eine Szene aus innovativen Unternehmen, Künstlern und Musikern

Spannendes Pflaster für Kreative

Ursula Strut- wolf-Hahn

Rothenditmold. Mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten Kassels und leer stehenden Industrieanlagen hat Rothenditmold den Ruf eines Problemstadtteils. Doch die Gegend, in der früher Henschel und Co. produzierten, entwickelt sich zu einem Sammelbecken für kreative Firmen, Künstler und Musiker.

„Das ist so was von spannend, was hier alles geschieht“, sagt Ursula Strutwolf-Hahn, die Vorsitzende des Fördervereins „Wir für Rothenditmold“. Im Vorfeld des Stadtjubiläums im kommenden Jahr organisiert der Verein eine Reihe von Spaziergängen, auf denen sich innovative Firmen, Künstler und kreative Handwerker im Stadtteil besser kennenlernen.

Etwa 40 Teilnehmer hat Strutwolf-Hahn auf ihrer Liste: den Produktentwickler Stefan Kemna aus der Angersbachstraße, die Töpferei Ton & Teufel an der Naumburger Straße, Teo Industriedesign, die Werbeagentur Glock und einen Moto-Guzzi-Shop im Gewerbepark Clasen, Künstler und Bands der Hammerschmiede.

Auch Ortsvorsteher Rolf Lösking ist begeistert von der geballten Kreativität und dem Willen zur Zusammenarbeit in dieser Szene, die sich in Rothenditmold etabliert. Da gehe es auch um neue Wirtschaftskraft, die sich im Stadtteil sammelt. Lösking erhofft sich vom Programm Soziale Stadt, in das Rothenditmold aufgenommen wurde, weitere Impulse. „Jetzt ist die Chance da, wir sind in einer Umbruchphase“, sagt Lösking.

Als eines der ersten Projekte der Sozialen Stadt wird nun der Leerstand in Rothenditmold erhoben. Denn die Nachfrage nach Räumen ist groß, das Angebot knapp. Der Gewerbepark Clasen in der ehemaligen Jutespinnerei und Weberei an der Brandaustraße ist schon lange ausgebucht. Geschäftsführerin Christine Weber muss regelmäßig Anfragen abweisen. Gesucht würden vor allem kleine Gewerberäume bis 150 Quadratmeter Fläche. Deshalb habe Clasen schon größere Gebäude unterteilt.

Anfragen von Salzmann

Anfragen gibt es derzeit insbesondere von Firmen und Künstlern, denen wegen der anstehenden Sanierung des Salzmanngeländes in Bettenhausen gekündigt wurde. Sie könnten womöglich auf dem ehemaligen Henschel-Gelände unterkommen. Das Netzwerk Hammerschmiede, in dem sich 25 Bands und genauso viele Künstler zusammengeschlossen haben, verhandelt gerade über einen neuen Mietvertrag, sagt der Vorsitzende Tobias Böhm. Dann gebe es auch die Möglichkeit, neue Mieter aufzunehmen.

Bei der Suche nach Gewerberäumen hilft das Quartiersmanagement, Tel. 86 19 04 17.

Von Marcus Janz

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