KVG verkauft mehr Tickets, muss aber Kosten verringern

Mögliches Einsparpotenzial: der Einsatz von Elektro-Bussen. Dieses Modell setzte die KVG im August während der documenta 13 ein. Unser Foto zeigt den Elektro-Bus auf einer Testfahrt auf dem Steinweg in Höhe Friedrichsplatz und Fridericianum. Foto: privat / nh

Kassel. 750 000 Fahrgäste zusätzlich im Jahr 2011 – für die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) läuft es mit der Kundschaft prächtig. „Wir profitieren von dem konjunkturellen Aufschwung“, erklärt KVG-Vorstandschef Andreas Helbig die Steigerung auf insgesamt 43 Millionen Fahrgäste.

Neue Unternehmen siedelten sich in der Region Kassel an, andere Firmen expandierten. „Gerade Unternehmen wissen einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr zu schätzen“, sagt Helbig. 14 neue Job-Ticket-Verträge mit Firmen hat die KVG 2011 vereinbart, darunter mit dem Stadthotel Kassel, der Micromata GmbH und der Stadt Vellmar nach der Eröffnung der Verlängerung der Linie 1 nach Vellmar. Jetzt nutzen fast 13 000 Arbeitnehmer in und um Kassel die vergünstigte Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr. Eine ähnliche Entwicklung gibt es bei den Kombi-Tickets, die mit den Veranstaltern von Kultur- und Sportevents vereinbart werden. Die Veranstaltungsbesucher können dann das Auto stehen lassen und mit Bus und Bahn fahren, die Eintrittskarte gilt als Nahverkehrs-Ticket.

Zwei Millionen Euro zusätzliche Einnahmen aus Ticketverkäufen sorgen aber nicht für einen geringeren Verlust. Das Defizit bleibt mit 14,4 Millionen Euro auf Vorjahresniveau und wird wiederum aus den Gewinnen ausgeglichen, die von den Stadtwerken mit dem Verkauf von Strom und Gas erwirtschaftet werden.

Die KVG musste 2011 erheblich mehr Geld für Strom und Diesel zahlen. Zudem schlagen die Kosten für den Kauf neuer Fahrzeuge in die Bilanz durch, weil es dafür keine öffentlichen Zuschüsse mehr gibt.

In den nächsten Jahren dürfte das Defizit der KVG auch deshalb steigen. Jeder Verlust, der die Gewinne der Stadtwerke übersteigt, müsste aus der Stadtkasse ausgeglichen werden. Doch dafür hat die Schutzschirm-Kommune Kassel kein Geld mehr. Deshalb gilt die Parole: Für den öffentlichen Nahverkehr gibt es nicht mehr Geld.

Das bedeutet für die KVG: Ausgaben müssen verringert werden. Das geht nur im Streckennetz und im Fahrplan. Beides soll in den Jahren 2013 und 2014 überarbeitet werden. Ende 2014 wird dann feststehen, bei welchen Linien und Haltestellen vor allem im Busverkehr die Einsparungen durchschlagen. Archivfoto: nh

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