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Sparfüchse verärgert: Höherer Kostenaufwand für Park-Trick in Kassel

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Von: Axel Schwarz

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Bargeldlos parken: Die Kasseler Parkkarte erspart den Weg zum Automaten. Entgegen dem Aufdruck gilt sie nur noch unter dem Friedrichsplatz. Archi
Bargeldlos parken: Die Kasseler Parkkarte erspart den Weg zum Automaten. Entgegen dem Aufdruck gilt sie nur noch unter dem Friedrichsplatz. Archi © B. Ludwig

Die Kasseler Parkkarte für die Tiefgarage Friedrichsplatz muss neuerdings mit einem Mindestbetrag von 10 Euro aufgeladen werden. Das ärgert viele, die einen Kniff zum Gratis-Parken nutzen.

Kassel – In der Tiefgarage unter dem Friedrichsplatz zahlen viele Nutzer ihre Parkgebühren bargeldlos. Das funktioniert mit einer Guthabenkarte. Diese muss neuerdings mit einem Mindestbetrag von 10 Euro aufgeladen werden, was vielen Autofahrern nicht gefällt. Denn bislang hatten die Automaten auch kleinere Aufladebeträge akzeptiert. Fragen und Antworten dazu.

Welchen Hintergrund hat die neue Regelung?

Laut Parkhausbetreiber Gerhard Jochinger ist aus technischen Gründen eine „sehr aufwändige“ Umstellung der Kassenautomaten und ihrer Software nötig gewesen. Damit sei es im Nebeneffekt nun überhaupt wieder möglich, eine Mindestaufladung für die Parkkarten vorzugeben – so wie es seit Eröffnung des Parkhauses bereits viele Jahre lang gewesen sei, macht Jochinger geltend. Im Zuge laufender Software-Anpassungen sei die Mindestbetrags-Vorgabe dann irgendwann entfallen, weil die Technik dies nicht mehr habe darstellen können. Es sei jetzt also einfach nur der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt worden.

Wie war die Lage bisher?

Findige Tiefgaragen-Nutzer haben sich in den letzten Jahren daran gewöhnt, dass man zum Einkauf oder für andere Besorgungen in der Feierabendzeit dort praktisch kostenfrei parken kann – mitten in der Innenstadt. Das klappt nach wie vor, weil für Parkkartennutzer – und nur für sie – das Parken werktags in der Zeit von 18 bis 20 Uhr gratis ist. Wer also ständig nur ein, zwei Euro Guthaben auf seiner Karte hat und diese nur im genannten Zeitraum einsetzt, muss sie theoretisch niemals nachladen, weil bei der Ausfahrt bis 20 Uhr nichts abgebucht wird.

Wieso wird nun Kritik laut, obwohl das befristete Gratis-Parken weiterhin funktioniert?

Wird ein Aufladen der Parkkarte doch einmal erforderlich, muss man neuerdings gleich 10 Euro nachschießen. Das gefällt Sparfüchsen nicht, weil sie ja davon ausgehen, diesen Betrag kaum jemals „verparken“ zu müssen. Außerdem: Wer mit fast leerer Parkkarte in die Tiefgarage fährt und später feststellt, dass das Guthaben nicht für die Ausfahrt reicht, der konnte bisher seine Karte bedarfsgenau nachladen. Diese Möglichkeit gibt es nicht mehr.

Was sagt der Parkhausbetreiber zu den Klagen?

Gerhard Jochinger, Geschäftsführer der städtischen Parkhausgesellschaft, kann Beschwerden über die Mindestbetrags-Vorgabe nicht nachvollziehen. Nach seinen Worten ist das ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: Dafür, dass sich Kartennutzer mit wenigen Auflade-Euros festlegten, kämen sie in den Genuss diverser Vorzüge wie dem freien Parken zwischen 18 und 20 Uhr, vergünstigten Abend- und Wochenendtarifen. Für eine Anspruchshaltung, bloß „Vorteile mitnehmen“ zu wollen, habe er wenig Verständnis.

Gibt es Alternativen zur Karten-Aufladung?

Ja, man kann jederzeit ein Einzelticket ziehen und dann am Automaten nur den angefallenen Betrag zahlen. Dann gibt es aber keine Gratiszeit.

Kann man sich das Guthaben auf der Parkkarte wieder auszahlen lassen?

Das sei nicht vorgesehen, sagt Jochinger, und das ergebe auch keinen Sinn. Wer seine Parkkarte nicht mehr brauche, finde sicher andere Nutzer, die dafür Bedarf hätten.

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