Profitieren vom starken Kreditgeschäft

Sparkasse auf Rekordjagd:  Aussichten bleiben gut

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Kassel. Die von Stadt und Kreis getragene Kasseler Sparkasse schwimmt auf einer Welle des Erfolgs und hat 2014 mehrere Rekorde gebrochen.

Die Bilanzsumme des Kreditinstituts, die als eine der wichtigsten Kennziffern das Gesamtgeschäft abbildet, stieg um 4,1 Prozent auf das Allzeithoch von 5,1 Milliarden Euro.

Das Kreditvolumen von 3,2 Mrd. (plus 3,9 Prozent) sowie die Kundeneinlagen von 4,17 Mrd. Euro (plus zwei Prozent) markieren ebenfalls Bestmarken. Grund für die gute Entwicklung ist die wirtschaftliche Dynamik in der Region, die die ohnehin schon gute Kreditnachfrage weiter angekurbelt hat. Als weiteren Grund nannte Vorstandsvorsitzender Ingo Buchholz sein „starkes Team“. Der seit Jahren anhaltende Erfolg „ist eine Mannschaftsleistung“, sagte er gestern bei der Vorlage des Geschäftsberichts.

Wachstumstreiber war einmal mehr das Kreditgeschäft. 2014 vergab der Marktführer in Stadt und Landkreis Kassel 531 Mio. Euro an neuen Darlehen – ein Plus von 16 Prozent. Davon entfielen 295 Mio. auf den Wohnungsbau – 27 Prozent mehr als im Vorjahr und ein Beleg dafür, dass Investitionen in selbst genutzte Immobilien, aber auch in Anlage-Objekte angesichts historisch niedriger Zinsen attraktiver sind denn je.

Frei von Sorgen ist Hessens drittgrößte Sparkasse aber nicht. Buchholz sieht infolge der Niedrigzinspolitik der EZB und steigender aufsichtsrechtlicher Anforderungen weitere Belastungen auf sein Haus zukommen. Niedrige Zinsen schmerzen vor allem kleine und mittlere Geldinstitute, die den Großteil ihrer Erträge in diesem Geschäftsbereich erzielen. Bei der Kasseler Sparkasse lag der Zinsüberschuss im abgelaufenen Jahr bei 116,2 Mio. Euro – 80 Prozent des Rohertrags. Hinzu kamen 28,8 Mio Euro an Provisionen.

Buchholz betonte aber, dass die Kasseler Sparkasse angesichts einer weit über dem deutschen Schnitt liegenden Eigenkapitalquote von 24,7 Prozent auf die Herausforderungen vorbereitet sei.

220.000 Girokonten hat die Kasseler Sparkasse – 3500 mehr als im Vorjahr. Damit ist rein rechnerisch jeder zweite Einwohner in Stadt und Kreis Kunde des Geldhauses, das sich als klassischer Partner von Kommunen, Privatkunden und Mittelstand versteht.

Um die Profitabilität zu gewährleisten, arbeitet die Sparkasse seit Jahren an Kostenoptimierungen, ohne sich aus der Fläche zurückzuziehen oder Personal abzubauen. Im Gegenteil: Die Zahl der Beschäftigen stieg um acht auf aktuell 1124, die der Filialen blieb mit 84 unverändert.

Um einen Euro zu erwirtschaften, musste das Geldhaus im vergangenen Jahr 60,9 Cent einsetzen. Das sind zwar 2,2 Cent mehr als 2013, der aktuelle Wert ist aber auch im bundesweiten Vergleich ein sehr guter. Grund für die gestiegenen Kosten: ein Tarifabschluss und die Aufstockung des Personals. Als Bilanzgewinn weist die Sparkasse wie im Vorjahr zehn Mio. Euro aus. Über dessen Verwendung entscheidet der Verwaltungsrat. 2013 flossen 6,5 Mio. Euro an die Träger Stadt und Kreis.

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