Zunahme von Angriffen auf Kunden-Computer

Schutz vor Betrügereien: Sparkasse schränkt Online-Banking ein

Kassel. Zum Schutz vor Betrug schränkt die Kasseler Sparkasse den Online-Zahlungsverkehr ein. Ab 1. Juni sind Internet-Überweisungen von Girokonten nur noch auf Konten im Inland möglich.

Wer ins Ausland überweisen möchte, muss diese Beschränkung widerrufen. „Schnell und unbürokratisch“ reiche dafür ein Telefonat – „auch zeitlich begrenzt“ sei das möglich, sagte Michael Krath, Sprecher der Kasseler Sparkasse.

Betroffen von der Beschränkung sind nur Kunden, die Geschäfte über die Internetseite der Kasseler Sparkasse abwickeln. Wer eine Banking-Software oder App für mobile Endgeräte wie Handys nutzt, kann wie bisher überweisen, so Krath. „Nicht betroffen von dieser Einschränkung sind außerdem Überweisungen an SB-Terminals in den SB-Zonen und papiergebundene Überweisungen.“

Die Sparkasse erklärt die Beschränkung mit der Zunahme betrügerischer Angriffe auf Kunden-PCs. Dabei würden häufiger Zahlungen ins europäische Ausland transferiert, die Täter erhofften sich dadurch eine Erschwerung der Strafverfolgung. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, so Krath. „Wir wollen unsere Kunden vor möglichen Straftaten besser schützen.“

Für die meisten Kunden bedeute das „keine spürbare Einschränkung“. 99,5 Prozent aller Überweisungen bei der Sparkasse gingen auf Bankverbindungen im Inland, sagte Krath. Im vorigen Jahr seien es insgesamt rund 8,8 Millionen Transaktionen gewesen. Davon seien etwa sieben Millionen online getätigt worden.

Die Kasseler Sparkasse ist in Hessen kein Einzelfall. Andere Institute hätten vergleichbare Regelungen, sagte Frank Schillinger, Sprecher der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen. Bei der Kasseler Bank seien Auslandsüberweisungen noch möglich, sagte Sprecherin Christina Hackenberg. „Aber auch wir beobachten das.“ Ähnliche Beschränkungen seien für die Zukunft nicht auszuschließen.

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Rubriklistenbild: © dpa

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