Traum-Winterwetter in Kassel sorgt für Spaß auf dem Eis – bis die Polizei kam

Monja und René Kagel mit ihren Kindern Neele (8) und Noah (3) auf dem Lac
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Sonntagsausflug auf dem Lac: Monja und René Kagel drehten mit ihren Kindern Neele (8) und Noah (3) eine Runde auf dem zugefrorenen See – bevor die Polizei dazu aufforderte, das Eis zu verlassen.

Der Winter beherrscht nach wie vor unseren Alltag. Nachdem am Wochenende die Menschen das schöne Wetter genossen, droht zum Wochenstart mit einsetzendem Tauwetter Glatteis.

Kassel – Dani und Stephan Schneider und ihre drei Töchter hatten Glück. Sie hatten am Sonntag extra schon um 9 Uhr gefrühstückt, um dann die Sonne beim Schlittschuhfahren auf dem zugefrorenen Lac zu genießen. „Wir sind absolute Superfans“, sagt Dani Schneider über das Eislaufen im Bergpark.

Immerhin zwei Stunden lang hatte die Familie aus Kassel ihren Spaß. Das mitgebrachte Mittagspicknick trugen die Schneiders allerdings wieder nach Hause. Denn um 12 Uhr hatte die Polizei begonnen, die Menschen von den zugefrorenen See herunterzuschicken. Um die 200 Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler und Spaziergänger genossen da den Wintertag auf dem Eis. Die Polizei befüchtete, dass das Eis noch nicht dick genug sein und daher jemand einbrechen könnte.

In rüdem Tonfall blaffte einer der Beamten drei jugendliche Eishockeyspieler an, zitierte sie zu einem der Warnschilder am Ufer und forderte sie auf, den Text vorzulesen. „Könnt Ihr etwa über Wasser laufen? Hat das was mit Jesus zu tun?“, fragte er die Jungs und sagte, sie müssten den Polizeieinsatz bezahlen, wenn sie nicht vom Eis kämen.

Die 16- und 17-jährigen Schüler waren sichtlich irritiert. Sie hätten die Eisdicke extra gemessen, berichteten sie gegenüber der HNA. Bereits am Freitag sei das Eis 17 Zentimeter dick gewesen. Und danach herrschten durchgehend stramme Minusgrade. Vor 15 Jahren, als noch Buden neben dem Lac standen und die Eisschicht kontrolliert wurde, erfolgte die Freigabe ab 15 Zentimetern Dicke.

Die anderen Ordnungshüter, die zu dem Einsatz kamen, gingen zwar freundlicher auf die Eisläufer zu. Dennoch gab es lange Gesichter und wenig Verständnis bei den Winterausflüglern. „Das gab es doch noch nie, dass hier die Polizei anrückt“, ärgerte sich Frank Schönherr, der mit seiner Frau Tatiana zum Lac gekommen war. „Die Leute hier sind doch alle friedlich und vernünftig.“

Auch auf dem Bugasee und den zugefrorenen Küchen- und dem Hirschgraben in der Karlsaue wagten sich viele Menschen auf das Eis. Noch am Freitag hatte jedoch auch die Kasseler Feuerwehr genau davor gewarnt. Selbst der Dauerfrost der vergangenen Tage garantiere nicht, dass die Eisdecke auf Seen oder Flüssen tragfähig sei. Es gelte daher, örtliche Warnhinweise ernst zu nehmen. (Katja Rudolph)

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