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Neues Programm: Mehr Musik für Zweitklässler in Kassel

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Von: Claudia Feser

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Musikschulleiter Sebastian Wolf, Ingo Buchholz (Vorstandsvorsitzender Kasseler Sparkasse), Oberbürgermeister Christian Geselle, Patricia Spohr (Musikschule) und Konrektor Andreas Schulz machen Musik auf dem Schulhof der Hupfeldschule.
Musik auf dem Schulhof: Zweitklässler der Hupfeldschule in Wehlheiden machen mit Musikschulleiter Sebastian Wolf, Ingo Buchholz (Vorstandsvorsitzender Kasseler Sparkasse), Oberbürgermeister Christian Geselle, Patricia Spohr (Musikschule) und Konrektor Andreas Schulz Musik. © Pia Malmus

Während der Corona-Pandemie mussten Kinder auf Vieles verzichten, etwa mit Schulkameraden lernen, mit Freunden spielen, gemeinsam Musik machen.

Kassel – Die Stadt hat in Kooperation mit der Musikschule und der Kasseler Sparkasse das Programm „Musik machen“ ins Leben gerufen. An allen Grundschulen im Stadtgebiet wird in diesem Schuljahr zusätzlicher Musikunterricht für die Zweitklässler angeboten. „Damit wollen wir dazu beitragen, den Kindern, die die Leidtragenden der Corona-Pandemie waren, die verlorene Zeit zurückzugeben“, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle.

Die 600 Plätze wurden auf die Schulen verteilt. Bis auf die Reformschule machen alle 26 Grundschulen mit, teilte Sebastian Wolf, der Leiter der Musikschule, mit. Zwölf Instrumentallehrer der Musikschule unterrichten die Zweitklässler für jeweils eine Schulstunde pro Woche.

Sie bringen ihnen musikalische Grundlagen bei wie Rhythmus, Notenwerte und Tonleitern. Durch gemeinsames Singen und Begleiten auf Schlagwerk-Instrumenten werden das Ensemblespiel geschult und Grundelemente der Musik vermittelt. „Wir wollen Lust auf Musik machen“, sagt Wolf. Er hat mit seiner Stellvertreterin Patricia Spohr ein Begleitheft erarbeitet, das die Kinder beim Musikmachen mit Übungen an die Hand nimmt. Jeder Zweitklässler hat ein solches Heft bekommen. Vorne drauf ist das Maskottchen der Musikschule: ein kleiner Waschbär mit kecker Mütze auf dem Kopf und zwei Schlägeln in den Pfoten.

Andreas Schulz, Konrektor der Hupfeldschule, kennt die Spuren, die die Corona-Pandemie bei den Kindern hinterlassen hat. „Durch die Masken haben viele Kinder verlernt, Emotionen in den Gesichtern zu lesen“, sagte er während der Vorstellung des Programms an seiner Schule, „dabei entwickelt die Musik Emotionen“. Aber lange Zeit sei das gemeinsame Musikmachen nicht möglich gewesen. „Im Musikunterricht durften sie höchstens summen oder klatschen.“

Dass der zusätzliche Musikunterricht den Zweitklässlern Spaß macht, war gestern nicht zu überhören. Die Mädchen und Jungen sangen auf dem Schulhof das Lied „Lasst uns endlich rocken“ und schlugen mit Inbrunst auf Trommeln und Cajons im Takt.

„Die Nachfrage an dem Programm war riesig“, sagt Musikschulleiter Wolf, der Anfang September mit seinen Instrumentallehrern in allen zweiten Klassen der Stadt für das Programm geworben hatte. Es hätten weit mehr als die angebotenen 600 Plätze vergeben werden können. Oberbürgermeister Christian Geselle kündigte an, dass das Programm im kommenden Schuljahr fortgesetzt werden soll. Die Kasseler Sparkasse hat die Premiere im laufenden Schuljahr mit 50 000 Euro finanziert. „Da alle Kinder von der Corona-Pandemie gleichermaßen betroffen waren, wollen wir sicherstellen, dass auch wirklich alle von diesem Angebot profitieren“, sagte Vorstandsvorsitzender Ingo Buchholz.

Zum Ende des Schuljahrs soll es ein Abschlusskonzert geben. Alle 600 Zweitklässler sollen die einstudierten Lieder gemeinsam singen: am 25. Juni 2023 beim Altstadtfest. (Claudia Feser)

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