Aufruf zum Ostermarsch: Kassels Sozialdemokraten bezeichnen die Kritik an der israelischen Regierung als ahistorisch

SPD: Friedensforum nimmt einseitig Partei für Palästinenser

Kassel. „Kriege beenden - Frieden gestalten“: Unter diesem Motto ruft das Kasseler Friedensforum auf zum Ostermarsch am Ostermontag, 25. April. Im Zentrum stehen der Protest gegen Atomkraft und die Forderung, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen.

Darüber hinaus fordert es, die „Blockade des Gazastreifens“ und den Siedlungsbau zu beenden.

Ostermarsch: Montag, 10.45 Uhr, ab Schlachthof, Mombachstraße; 11.15 Uhr, Mahnmal „Die Rampe“, Moritzstraße. Zweiter Startpunkt: 10.45 Uhr, Bebelplatz; 11.30 Uhr, Gedenken am Mahnmal, anschließend Demo zum Rathaus; dort Abschlusskundgebung ab 12 Uhr.

„Wir dürfen nicht die Augen verschließen vor der Entrechtung der Palästinenser und dem Elend im Gazastreifen“, heißt es im Aufruf des Forums um Dr. Peter Strutynski. Diese Kritik an der Politik der israelischen Regierung bezeichnet die Kasseler SPD indes als „einseitig und ahistorisch“.

Zwar riefen auch die Sozialdemokraten zur Teilnahme an den Aktionen der Ostermarschbewegung auf. Den Aufruf des Friedensforums zum Kasseler Ostermarsch unterstütze man aber nicht. „Wer den expansiv kolonisierenden Charakter der israelischen Politik kritisiere, müsse auch das aggressive Verhalten der arabischen Kontrahenten im Nahen Osten kritisch bewerten“, schreibt Kassels SPD-Vorsitzender Jürgen Kaiser in einer Pressemitteilung. Er kritisiert die einseitige Parteinahme für die Palästinenser.

Kritik am Friedensforum kommt auch vom Kasseler Bündnis gegen Antisemitismus (BgA). Das Forum ignoriere den „repressiven und antisemitischen Charakter der Hamas und anderer palästinensischer Organisationen“. Michael Rudolph vom DGB Nordhessen erklärt: „Wir sehen uns als Teil der Friedensbewegung, haben den Aufruf des Friedensforums aber nicht unterzeichnet.“ Wenn man den Nah-Ost-Konflikt zum Thema mache, könne man sich nicht auf eine Seite schlagen. (abe)

Rubriklistenbild: © dpa

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