OB Hilgen: Investitionen in Fotovoltaik sinken um 70 Mio. Euro

Stadt: Kürzung der Solarförderung schadet Nordhessen

Kassel. Die Stadt Kassel protestiert gegen die von der Bundesregierung geplante Kürzung der Solarförderung. „Das schadet der wirtschaftlichen Entwicklung Nordhessens und gefährdet hoch qualifizierte Arbeitsplätze“, sagt Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD).

Auch Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) übt Kritik an den Plänen der schwarz-gelben Regierung. Durch die Kürzung der Förderung werde weniger in neue Fotovoltaikanlagen investiert. Stadt und Städtische Werke nehmen an, dass die erwartete Investitionssumme um bis zu 70 Millionen Euro in den kommenden fünf bis zehn Jahren sinken wird.

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Dabei gebe es noch Platz für zusätzliche Anlagen. Bei vorsichtiger Schätzung bestehe in Kassel noch ein Potenzial, um jährlich 100 000 Megawattstunden Strom aus Sonnenenergie zu produzieren. Das entspricht dem Verbrauch von mehr als 22 000 Vier-Personen-Haushalten. Die Stadt selbst wolle auf eigenen Dachflächen weitere Fotovoltaikanlagen installieren. Jeweils 300 Quadratmeter Platz seien auf der Feuerwache 1 und der Martin-Luther-King-Schule.

„Wir wollen das ehrgeizige Ziel des hessischen Energiegipfels erreichen, bis zum Jahr 2050 den Endenergieverbrauch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken“, sagt Hilgen. Mit den Sparplänen werde den Anstrengungen für den Ausbau regenerativer Energien aber der Boden entzogen.

Brief an Volker Bouffier

Zusammen mit Uwe Schmidt, Landrat des Kreises Kassel, fordert der Oberbürgermeister den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) auf, im Bundesrat gegen die Sparpläne zu stimmen. In einem Brief an Bouffier weisen sie auf die Gefahren für die Solarbranche in Kassel und Umgebung hin, in der bis zum Jahr 2020 weitere 6000 Arbeitsplätze entstehen könnten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Von Marcus Janz

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