Frühjahrs-Ausstellung: Experten informieren

Waschbären im Stadtgebiet: Speisereste locken sie an

„Gedeckter Tisch“: Viele Menschen entsorgen hochwertige Speisereste wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte auf dem Komposthaufen und läuten damit laut Harald Schütz die Essensglocke für Waschbären. Foto: Konrad

Kassel. Kassel ist die Hauptstadt der Waschbären. Hier und im Umkreis der Stadt leben Tausende dieser Tiere, die in den 1930er-Jahren am Edersee ausgesetzt wurden und ursprünglich aus Nordamerika stammen.

„Die genaue Zahl ist nicht dokumentiert“, sagt Harald Schütz von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Nordhessischer Jagdvereine. Während der Frühjahrs-Ausstellung in den Messehallen informiert die AG über den Kleinbären und gibt Tipps zum Umgang mit den possierlich anmutenden Plagegeistern.

„Alles was ein Waschbär braucht, findet er in menschlichen Siedlungen - in großen Mengen und hoher Qualität“, berichtet Schütz. Daher sei es ganz natürlich, dass das Tier diesen Lebensraum nutze. Vor allem Gartenliebhabern ist das Raubtier aber oft ein Dorn im Auge. In Gärten richten Waschbären häufig große Schäden an. „Sie lieben Obst und Beeren über alles, sind aber im Grunde Allesfresser“, sagt Schütz. Um die Tiere von Haus und Garten fernzuhalten, ist es dem Experten zufolge am sinnvollsten, deren Nahrungsgrundlage so knapp wie möglich zu halten. Einige Tipps:

•  Müll und Abfälle unzugänglich aufbewahren.

•  Müll- und Biotonnen mit Schwerkraftschlössern (erhältlich bei den Stadtreinigern) sichern und einen halben Meter entfernt von Zaun oder Mauer aufstellen, die ideale Aufstiegshilfen sind.

•  Gelbe Säcke erst morgens herausstellen oder in verriegelbaren Boxen aufbewahren.

•  Keine hochwertigen Speisereste (Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot, Obst) auf den Komposthaufen werfen. Unproblematisch sind Gemüse- und Gartenreste sowie Kartoffelschalen.

•  Keine Nahrungsmittelreste in offen zugänglichen Abfallkörben hinterlassen.

•  Hochstämmige Obstbäume können durch eine ein Meter hohe, glatte Blechmanschette geschützt werden. Es dürfen aber keine Überstiegsmöglichkeiten von benachbarten Bäumen, einem Haus oder Schuppen bestehen.

•  Reifes Obst und Beeren ernten, Fallobst aufsammeln.

•  Haustiere nicht draußen füttern oder die Reste abends ins Haus räumen.

Hat sich ein Waschbär eingenistet, sollte man sich mit Waschbärbeauftragten, Jägern oder der Unteren Naturschutzbehörde beim Ordnungsamt, Tel. 787 30 64, in Verbindung setzen, betont Schütz. (mkx)

Halle 5, Stand 509. Infos und Beratung rund um Waschbären: Sonntag von 12 bis 16 Uhr.

Von Mirko Konrad

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