Was von reduzierter Kleidung in Geschäften übrig bleibt, geht häufig an Hilfsorganisationen

Reduzierte Ware: Das passiert mit nicht gekauften Stücken

Billiger geht’s kaum: Geschäfte in der Kasseler Innenstadt bieten Kleidung jetzt günstig an und wetteifern so um Kunden, die auf Schnäppchenjagd sind. Sommerkollektionen sollen raus, weil sich das Lagern bis zum nächsten Jahr meist nicht lohnt. Fotos: Dietzel

Kassel. Modehäuser in Kassel reduzieren ihre Sommerware derzeit so stark, dass davon fast nichts mehr übrig bleibt. Was geschieht aber mit der Kleidung, die niemand kauft?

Um alles loszuwerden, geben Geschäfte bis zu 70 Prozent Preisnachlass. Reste werden gespendet, und wenige Einzelteile landen im Müll.

„Unverkäufliche Kleidung spenden wir an Organisationen in der Region“, sagt Torsten Evers vom Modegeschäft Heinsius und Sander. Es komme sehr selten vor, dass ein Kleidungsstück untragbar sei und entsorgt werden müsse.

Verschmutztes wird entsorgt

Das Modehaus C & A spendet laut Richard Skornia, Filialleiter in Kassel, nicht verkaufte Ware an gemeinnützige Verbände. Umgetauschte, getragene Kleidung werde nicht mehr verkauft. Entsorgt würden solche Teile, die kaputt seien oder zum Beispiel bei der Anprobe durch Make-up oder Kaugummi verschmutzt würden. Wenn dagegen nur ein Knopf fehle, werde das Kleidungsstück meist billiger angeboten. Was diesen Sommer an den Kleiderstangen hängt, wird im kommenden Jahr nicht erneut angeboten. „Wir wollen ein modischer Laden sein“, sagt Skornia. Außerdem koste das Einlagern viel.

Das Warenhaus Galeria Kaufhof entsorgt einzelne defekte Kleidungsstücke nach Angaben von Brigitte Kritzner, Geschäftsführerin der Kasseler Filiale, im Restmüll. Dies sei aber sehr selten und „nicht erwähnenswert“. „Wir begutachten die Ware, wenn sie geliefert wird“, sagt Kritzner. Mangelware werde direkt an die Lieferanten zurückgegeben.

Kleidungsstücke, die in den Filialen von H & M nicht über den Ladentisch gehen, werden nach Angaben des Sprechers Hendrik Heuermann im Logistikzentrum der Modekette in Hamburg gesammelt. Von dort aus spende das Unternehmen Kleidung an Organisationen wie das Flüchtlingshilfswerk der UNO und Caritas.

Das weltweit tätige Unternehmen war in die Kritik geraten, als Mitarbeiter einer Filiale in New York brandneue Kleidung im Müll entsorgt hatten. H & M habe daraufhin alle Filialen aufgeklärt. Ausschließlich solche Textilien, die nicht mehr getragen und somit auch nicht gespendet werden können, würden vernichtet. Dabei handelt es sich laut dem Sprecher zum Beispiel um Ware, die durch Transport beschädigt wurde. Die Menge sei aber gering. Weise ein Kleidungsstück dagegen etwa einen Farbfehler auf, gelte es noch als tragbar.

Von Stefanie Dietzel

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