Jetzt werden Härtefälle gesucht

Flutkatastrophe: HNA-Spendenaktion erbringt 310.000 Euro

Aufräumarbeiten in einem Wohnzimmer im Deggendorfer Ortsteil Fischerdorf: An den Verfärbungen hinten an der Wand kann man erkennen, wie hoch das Wasser in dieser Wohnung gestanden hat. Die freiwilligen Helfer sind Studenten. Foto: dpa

Kassel. Für jene, die bei der Flutkatastrophe im Juni alles verloren haben, kommt jetzt auch finanzielle Hilfe der HNA-Leser auf den Weg. Nach der Aktion unserer Zeitung und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zum Hessentag in Kassel sind bisher gut 310.000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen.

Ein Spendenbeirat, bestehend aus Vertretern des DRK, der HNA, dem Großspender K + S sowie der Hessischen Staatskanzlei, hat in einem ersten Treffen Kriterien festgelegt, wie das Geld verwendet werden soll. „Wir wollen in möglichst vielen Einzelfällen helfen, aber auch möglichst viel bewegen“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch.

So können Sie spenden

Das Spendenkonto von Rotem Kreuz und HNA bei der Kasseler Sparkasse ist noch geöffnet. Es hat die Bankleitzahl 520 503 53 und die Kontonummer 91 91 91 - Stichwort: „Hochwasserhilfe“. (asz)

Das heißt: Profitieren sollen hochwassergeschädigte Haushalte und Institutionen, die am dringendsten eine Soforthilfe brauchen, da ihnen auf keinem anderen Wege geholfen wird. So soll Geld, das die HNA-Leser gespendet haben, laut Votum des Beirats nicht dort zum Einsatz kommen, wo in irgendeiner Form Versicherungsschutz gegen Hochwasserschäden besteht.

Auch wo es Aufgabe der öffentlichen Hand ist, die Flutschäden zu beseitigen, soll kein Spendengeld aus der Aktion zum Hessentag fließen. „Hilfe nach dem Maß der Not“ lautet nach Angaben von Holger Gerhold-Toepsch der Grundsatz. Familien oder Einzelpersonen, die vor dem Nichts stünden, sollten vorrangig von einer Hilfe aus Nordhessen profitieren.

Vorstellbar sei aber auch, dass in Einzelfällen etwa eine Kindertages- oder Altenbegegnungsstätte unterstützt werde – nämlich dann, wenn diese Einrichtungen eine besonders wichtige soziale Funktion für die Menschen in ihrem Umfeld darstellen. Gerhold-Toepsch rechnet damit, dass letzlich 30 bis 50 Aufbauvorhaben mit Beträgen von jeweils mehreren 1000 Euro aus dem Spendentopf unterstützt werden können.

Holger Gerhold-Toepsch

Das Rote Kreuz fragt derzeit überregional bei seinen Einsatzkräften, die vor Ort im Hochwassereinsatz waren, nach Notfällen und Schicksalen, die die Helfer besonders berührt haben. Ob in Sachsen, in Bayern oder in Sachsen-Anhalt – in allen betroffenen Gebieten soll es Menschen geben, die von der Hilfsbereitschaft der HNA-Leser und der Hessentagsbesucher profitieren.

Zusätzlich will das DRK seine Kontakte zur Liga der Freien Wohlfahrtspflege nutzen. In ihr sind Hilfs- und Sozialorganisationen zusammengeschlossen, die in den Hochwassergebieten abgestimmte Hilfe leisten und die Lage der Menschen vor Ort daher kennen.

In etwa vier Wochen, schätzt DRK-Kreisgeschäftsführer Gerhold-Toepsch, wird der Spendenbeirat erste Einzelfallentscheidungen treffen können, wo Geld aus der Hilfsaktion zum Einsatz kommen soll. Über die Schicksale, die dahinter stehen, werden wir in der Zeitung berichten.

Von Axel Schwarz

Hintergrund: Versicherer: Wohl teuerste Katastrophe

Das Hochwasser im Juni gehört nach Ansicht des Rückversicherers Munich Re zu den teuersten Naturkatastrophen, die Deutschland je getroffen haben. Die Gesamtschadenshöhe steht noch nicht endgültig fest, doch nach Schätzung des Unternehmens könnte ein noch größerer Schaden entstanden sein als beim Elbhochwasser 2002. Für alle betroffenen Länder in Europa zusammen rechnet Munich Re mit mehr als zwölf Milliarden Euro an ökonomischen Flutschäden, davon seien drei Milliarden Euro versichert.

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