Spendenaufruf: Kassel will in Nepal helfen

Viele haben kein Dach mehr über dem Kopf: Nepalesen vor ihren vom Erdbeben zerstörten Häusern in der Stadt Vhaktapur. Foto:  dpa

Seit dem verheerenden Erdbeben verbringt Gajendra Neupane jede freie Minute am Telefon und bei Facebook. Der Betreiber des Restaurants Himalaya sorgt sich um seine Familie und um viele Freunde in seinem Heimatland.

Von allen, die er bisher erreicht hat, „ist zum Glück keiner direkt zu Schaden gekommen“, sagt Neupane. Vor allem ist er erleichtert, dass es seinen Eltern in der Stadt Biratnagar im Südosten Nepals gut geht.

Aber er hört von schlimmen Zerstörungen und von der Angst der Menschen. „Viele trauen sich nicht wieder in ihre Häuser. Ganze Städte sind kaputt, kein Lkw mit Helfern kann in die kleinen Ortschaften gelangen“, berichtet der 47-Jährige, der seit 15 Jahren in Kassel lebt und das Restaurant am Bahnhof Wilhelmshöhe betreibt. Verzweifelt seien auch die, die keine Opfer in ihren Familien zu beklagen hätten. Die große Sorge der Nepalesen sei, wie das Leben nach der Katastrophe weitergehen soll: „Jeder muss nun sehen, wie er selber zurecht kommt.“

Von Kassel aus will es Neupane nicht dabei bewenden lassen, die Nachrichten zu verfolgen. „Man möchte irgendwie helfen“, sagt er. Deshalb hat Neupane eine Spendenaktion ins Leben gerufen und sie mit dem ihm persönlich bekannten nepalesischen Generalkonsul Ram Pratap Thapa sowie mit Oberbürgermeister Bertram Hilgen abgestimmt.

Rufen zur Hilfe für die Erdbebenopfer auf: Oberbürgermeister Bertram Hilgen (links) und Gastronom Gajendra Neupane. Foto: Fischer

Das gesammelte Geld soll laut Neupane Organisationen zugute kommen, die in Nepal helfen und „die mir gut bekannt und vertraut“ sind. Um den Spendenerlös zu steigern, plant er für Freitag, 22. Mai, ab 18 Uhr einen Benefizabend in seinem Restaurant Himalaya. 50 Prozent des Umsatzes an diesem Abend werde er auf das Spendenkonto überweisen.

Den Ansatz, persönlich und direkt zu helfen, findet OB Bertram Hilgen gut, wie er bei einem Treffen mit Neupane am Dienstag im Rathaus sagte. Hilgen, ein begeisterter Bergwanderer, hat persönliche Bindungen zu dem „wunderbaren Land“: Vor drei Jahren wanderte er in Nepal die Annapurna-Runde, voriges Jahr war er erneut dort und hat auch Kathmandu besucht.

Sein damaliger Bergführer sei wohlauf, aber mit seiner Familie obdachlos geworden. Für diese Freunde werde er persönlich mit Spendengeld etwas tun, sagte Hilgen.

Zur Linderung der ersten Not sei jetzt „jeder Euro Soforthilfe nötig“, sagte Hilgen. Dies könne am besten über die Aktion „Deutschland hilft“ der vereinigten Hilfsorganisationen geleistet werden.

Wenn es dann an den Wiederaufbau gehe, werde sich erweisen, dass auch projektbezogene Spendenaktionen wie die von Gajendra Neupane notwendig seien, sagte Hilgen.

Spenden-Treuhandkonto von Gajendra Neupane bei der Kasseler Sparkasse, IBAN: DE19 5205 0353 1243 0452 87, Stichwort: Nepal

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