Diakonisches Werk: Großer Zulauf bei „Gesegneter Mahlzeit“, aber Geld wird knapp

Die Spender bleiben weg

Zählen zu den regelmäßigen Gästen der Gesegneten Mahlzeit in der Auferstehungskirche in der Nordstadt: Hans Straßburg (stehend) serviert Suppe für Werner Weinhold (links) und Elisabeth Wilhelm (rechts) sowie deren Tischnachbarn. Fotos: Herzog

Kassel. Die Zahl der bedürftigen Menschen, die das Essensangebot der Gesegneten Mahlzeit annehmen, steigt kontinuierlich. Der Spendenfluss für die diakonische Einrichtung nimmt dagegen kontinuierlich ab.

Das stellte jetzt Gerd Bechtel, der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Kassel, fest. Waren es im Jahr 2006 noch 18 500 Essensausgaben, so sind es im vergangenen Jahr bereits 23 000 gewesen: insgesamt 4500 mehr. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Diakonische Werk für die Gesegnete Mahlzeit jedoch ein Defizit von 30 000 Euro. Die Ausgaben beliefen sich auf 90 000 Euro, die Einnahmen durch Spenden, Kollekten und den Preis, den die Gäste für ihr Mittagessen zahlen, auf 60 000 Euro.

Da die Gäste derzeit nur 1,50 Euro zahlen, muss jedes Essen mit zwei Euro gefördert werden. Die Essen werden von den diakonischen Baunataler Integrationsbetrieben zubereitet.

„Die Spenden, vor allem von Unternehmen, sind in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen“, sagte Bechtel. „Zum Glück verfügen wir über zweckgebundene Rücklagen.“ Damit könne sich die Gesegnete Mahlzeit noch einmal ins nächste Jahr retten, ohne dass das Essensgeld erhöht werden muss. „Danach wird es schwierig.“

Rührig ist der Förderverein der Gesegneten Mahlzeit, der unermüdlich vor allem unzählige Einzelspenden einwirbt. Vereinsvorsitzender Michael Heinrich übergab Bechtel jetzt für das Diakonische Werk Kassel eine Spende in Höhe von 15 000 Euro. In den vergangenen Jahren habe dieser Betrag aber stets bei 20 000 Euro gelegen.

Vier Adressen

Bei der Spendenübergabe im Gemeindezentrum Auferstehungskirche in der Mombachstraße, einer von vier Adressen der Gesegneten Mahlzeit in Kassel, sagte Heinrich: „Es ist toll, dass die Gesegnete Mahlzeit so gut angenommen wird.“ Sie sei für die Gäste inzwischen ein Selbstläufer. Heinrich erklärte, dass sich die Spendensumme aus vielen kleinen Einzelspenden zwischen zehn und 25 Euro zusammensetzt. „Unternehmen lassen sich in letzter Zeit weniger ansprechen.“

Das Problem bestehe darin, dass der Zuschussbedarf immer größer wird. Diese Schere bereite dem Diakonischen Werk zunehmend Sorgen.

In den vier Ausgabestellen der Gesegneten Mahlzeit werden derzeit etwa 95 Essen pro Tag ausgegeben. Vor allem Alleinstehende, Rentner und Hartz-IV-Empfänger nutzten dieses Angebot regelmäßig.

Der Förderverein zugunsten des Diakonischen Werks Kassel unterstützt projektgebunden dessen Arbeit. Der Verein hat 80 Mitglieder, außerdem engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche in dem Verein. HINTERGRUND

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Von Christina Hein

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