"Niedrigste Stand, den ich in meinem Berufsleben erlebt habe“

Spender dringend gesucht: Blutkonserven in Kassel sind knapp

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Weil sich die Krankenhäuser in Stadt und Kreis Kassel nach der coronabedingten Pause wieder auf den Regelbetrieb vorbereiten, werden mehr Blutspenden benötigt (Symbolbild).

Bei den Blutkonserven drohen Engpässe: Weil sich die Krankenhäuser in Stadt und Kreis Kassel nach der coronabedingten Pause wieder auf den Regelbetrieb vorbereiten, werden mehr Blutspenden benötigt.

„Wir brauchen dringend Konserven“, sagt Rolf Zarberg, der für Kassel zuständige Referent beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen.

Momentan könne das DRK landesweit nicht einmal den Bedarf eines durchschnittlichen Tages abdecken; er reiche aktuell für nur 0,9 Tage. „Das ist der niedrigste Stand, den ich in meinem Berufsleben erlebt habe“, bilanziert Eberhard Weck vom Blutspendedienst. Hessenweit werden täglich rund 1000 Blutkonserven, im Kasseler Institut rund 250 Konserven breitgestellt. Weil während des Corona-Lockdowns geplante Operationen abgesagt wurden, wurden auch die Blutspenden reduziert. Nur 60 bis 70 Prozent der sonst üblichen Menge wurden zuletzt vorgehalten, erläutert Zarberg. „Ab Juni wollen wir wieder bei 100 Prozent sein.“

HNA-Leser können vom 13. bis 17. Juli spenden

Alle geplanten Aktionen würden dann wieder stattfinden. Auch die große HNA-Blutspendeaktion wird es in diesem Jahr geben, und zwar vom 13. bis 17. Juli. Um den Schutzmaßnahmen gerecht zu werden, erstreckt sich die Aktion diesmal auf fünf Tage; pro Tag können maximal 400 Spenden abgenommen werden. Seit Beginn der Aktion vor fast 20 Jahren sind mehr als 55 000 Blutspenden zusammengekommen.

Noch ist allerdings unklar, wo die Aktion stattfindet: Aufgrund von Bauarbeiten scheidet das Regierungspräsidium als Veranstaltungsort aus, ebenso das anvisierte Ausweichquartier documenta-Halle, wo die Körperweltenausstellung coronabedingt in die Verlängerung geht. Man sei aber in guten Gesprächen für einen alternativen Standort, verspricht Zarberg.

Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus müssten Blutspender nicht haben: „Wir erfüllen per se schon hohe Hygienestandards“, so Zarberg. Nun erhalte jeder Spender zudem einen Mund-Nasenschutz, müsse sich die Hände desinfizieren und einer Temperaturmessung unterziehen. Auch auf Abstandsregeln achte man.

„Blut zu spenden rettet Leben“, betont Hessens Sozialminister Kai Klose. Deshalb sei dies auch unter den aktuellen Einschränkungen erlaubt. Denn Blutprodukte seien auch in Krisenzeiten notwendig, um Schwerkranken und Unfallopfern helfen zu können.

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