Hessische Löwenbier-Brauerei will 100 000 Euro in Produktion und Erlebnisgastronomie investieren

Spezialbiere in kleinen Mengen

Zusätzlicher Brauplatz: Über dem Malsfelder Brauereimuseum will die Hessische Löwenbier-Brauerei einen Kleinsudbereich für Bierspezialitäten errichten. Unser Bild zeigt Brauereichef Frank Bettenhäuser mit einer historischen Werbetafel fürs einstige Spezialbier Bartenwetzer Dunkel. Foto: Grugel

Malsfeld / Baunatal. Die Hessische Löwenbier-Brauerei will in Malsfeld (Schwalm-Eder-Kreis) für rund 100 000 Euro einen Kleinsud für Spezialbiere bauen. Die zusätzliche Produktionsstätte soll laut Brauereichef Frank Bettenhäuser über dem bestehenden Museum eingerichtet werden. Malsfeld gehört zur Baunataler Hütt-Brauerei.

Drei Ziele verfolgt das Unternehmen mit der Investition: • Erstens wächst die Nachfrage nach Biersorten, die sich geschmacklich abheben vom Blonden aus der Großproduktion. Heute bereits nachgefragt ist mancherorts verkorktes regionales Edelbier. Das aber lässt sich nur in kleinen Produktionseinheiten herstellen, wie sie das Unternehmen auch in der Baunataler Knallhütte nicht hat. Malsfeld soll solch ein Standort werden. Dabei sind der Kreation von Biersorten keine Grenzen gesetzt. Denn im geplanten Sudbereich mit 1,5 Hektoliter könnten Geschmacksrichtungen ohne Ende erfunden werden. • Zweitens soll es möglich werden, im neuen Kleinsudbereich Aufträge abzuarbeiten. Sollte beispielsweise ein Fünf-Korn-Bier der Marke Bartenwetzer zum Renner werden, so könnten die Malsfelder immer wieder jenseits der Großproduktion bedarfsgerechte Mengen herstellen und vertreiben. • Drittens soll eine Erlebnisbrauerei entstehen. Seit einiger Zeit schon gewinnt das Hobbybrauen bundesweit mehr und mehr Anhänger. Im neuen Kleinsudbereich wird es möglich sein, in Kleingruppen aus Spaß oder zu Fortbildungszwecken einen Tag lang ein eigenes Bier zu brauen und dabei alle Rohstoffe und Herstellungsschritte direkt kennenzulernen.

Kleinsudbereich für Spezialbiere, Auftragsarbeiten, Hobbybrauer und Fortbildung – das ist in Verbindung mit dem Brauereimuseum am Standort Malsfeld bislang weit und breit einmalig, erklärte Frank Bettenhäuser.

Mit dem Ausbau gewinnt auch das Malsfelder Museum. Besucher können die Geschichte der Bierproduktion bis hin zum modernen energieeffizienten Sud in einem Haus erleben. Auch räumlich kann sich das Museum ausbreiten: Der Förderverein soll Zugriff auf einen Teil des Obergeschosses bekommen und dort eine Theke mit Büfett einrichten können.

Panoramafenster

Auf der gleichen Ebene soll der Kleinsudbereich auf einer Fläche von etwa 120 Quadratmetern entwickelt werden. Die bronzefarbene Sudpfanne soll durch ein Panoramafenster weithin zu sehen sein. Sollten die Baubehörden mitspielen, könnte die Hessische Löwenbier-Brauerei mit den Umbauarbeiten für den Kleinsud bereits im Herbst starten. (lgr)

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