Kasseler Absolventen bringen Handy-App für persönliche Empfehlungen auf den Markt

Spezialtipps für Filmfans

App hilft bei der Filmauswahl: Manuel Jäger hat mit seinen Freunden von der Uni Kassel ein Programm für Smartphones entwickelt, bei dem sich Film- und Serienfans persönliche Empfehlungen holen können. Foto: Malmus

Kassel. Wer einen Kinobesuch plant und bei der Filmauswahl noch unentschlossen ist, dem könnte ab sofort eine in Kassel entwickelte Handy-App helfen. Das Besondere: Bei dem kostenlosen Angebot findet man keine allgemeinen Bewertungen und Kritiken, sondern kann sich gezielt Tipps von Freunden und anderen Nutzern mit ähnlichem Filmgeschmack geben lassen.

Ein vierköpfiges Gründerteam von Studenten und Absolventen der Uni Kassel hat ein Jahr lang an dem Handy-Programm getüftelt. Am Samstag wurde die App mit dem Namen „Krittiq“ (ein Mix deutscher und englischer Schreibweise von Kritik) im Cineplex-Kino vor 520 Gästen offiziell präsentiert. Ab heute kann man sie bei den Apple- und Google-Portalen kostenlos herunterladen.

„Die App ist unsere Antwort auf ein Problem, das wir selbst hatten“, sagt Manuel Jäger vom Erfinderquartett: Wer neue Filme oder Serien entdecken wolle, die den eigenen Geschmack treffen, dem sei mit einer Rezension von Filmkritikern oder einer Durchschnittsnote auf Bewertungsportalen oftmals wenig geholfen. Auch den automatisierten Empfehlungen von Amazon und anderen Versandhändlern kann Jäger nichts abgewinnen. „Am besten sind doch Tipps von Freunden, bei denen man weiß, dass sie dieselben Sachen mögen wie man selbst“, sagt der 29-Jährige, der Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat.

Die Idee einer App, die mit ebensolchen persönlichen Empfehlungen funktioniert, hat er mit Michel Helms, Alexander Kohout und Daniel Becker in die Tat umgesetzt, die allesamt Informatiker sind. Krittiq verbindet die Funktionen eines sozialen Netzwerks mit denen einer Filmdatenbank, erklären die Erfinder.

Jeder kann dort eigene Bewertungen und kurze Kritiken für Filme und Serien abgeben und sich mit anderen Nutzern verbinden. Dabei kann man einerseits die Tipps von Freunden aus dem echten Leben abonnieren, aber auch den Bewertungen von Nutzern folgen, die man nicht persönlich kennt, die aber die gleichen Vorlieben bei Filmen und Serien haben. Dabei kann man auch die Kritiken von anderen kommentieren und gezielt Empfehlungen an Freunde abgeben. „Es geht um soziales Entdecken“, sagt Manuel Jäger.

Bislang sind nach seinen Angaben 250 000 Filme und 40 000 Serien in die Krittiq-Datenbank eingespeist. Mit jeder Neuerscheinung wird diese Zahl wachsen. Vorerst ist die App nur für den deutschsprachigen Markt konzipiert, Ziel der Kasseler Unternehmer ist aber, die Reichweite auf ganz Europa und die USA auszuweiten. Außerdem wollten die Entwickler im nächsten Schritt auch Bücher hinzufügen, sodass die App auch für Leseratten interessant wird.

Bislang verdiene man noch nichts an der kostenlosen App, sagen die Jungunternehmer. „Unser Traum ist, dass Krittiq erfolgreich wird und dann Investoren bei uns anklopfen.“ www.krittiq.com

Von Katja Rudolph

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