Kasseler Unternehmen und ASB haben Kindertagesstätte für unter Dreijährige im Industriepark eröffnet

Spielen, wo die Eltern arbeiten

Spaß auf der Schaukel: Melanie Viktoria (vorn) und Toni mit den Erzieherinnen Susanna Jatho (rechts) und Claudia Ringelberg vor dem neuen Betriebskindergarten in Lohfelden. Foto: Herzog

Kassel / Lohfelden. Melanie Viktoria (2) und Toni (2) gehören zu den ersten Kindern, die in der neuen Gruppe beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Lohfelden betreut werden. Mit dem neuen Betriebskindergarten an der Langen Straße 37 ist ein bisher einmaliges Referenzprojekt in der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik gestartet.

Für die Eltern ist die neue Kleinkindergruppe ein Segen. Melanie Viktorias Vater Alexander Klein arbeitet für die Firma Hübner, Mutter Veronika Klein künftig im Krankenhaus Rotes Kreuz. Dienstpläne und Kindererziehung unter einen Hut zu bringen, wird durch die langen Öffnungszeiten der neuen Kita deutlich leichter. Darüber freuen sich auch die Eltern von Toni, Vanessa Jannes und Martin Bolte, der bei SMA arbeitet.

Die Unternehmen Hübner und SMA haben gemeinsam mit Ikea und in Zusammenarbeit mit dem ASB eine überbetriebliche Kinderbetreuung für den Industriepark Kassel auf die Beine gestellt. Der von der Gemeinde Lohfelden und der Stadt Kassel unterstützte und von der Wirtschaftsförderung Region Kassel und der IHK Kassel begleitete Kindergarten wurde vor wenigen Tagen eröffnet. Gestartet wurde mit einer Betreuungsgruppe für Kinder unter drei Jahren.

Für Eltern, die im Einzelhandel arbeiten oder Schichtdienst leisten müssen, sind die Betreuungszeiten in den bisherigen Kindergärten meist nicht ausreichend. Betriebsnahe Betreuungseinrichtungen, wie es sie in Kassel bereits bei Daimler, Eon, K+S, Wintershall oder SMA gibt, sind da eine Hilfe. Kleinere Firmen können sich eigene Kindergärten aber nicht leisten. Deshalb gehen jetzt drei große Unternehmen voran. Die Organisatoren hoffen, dass sich kleinere Betriebe anschließen. Dann soll der neue Betriebskindergarten erweitert werden.

Für Kassel und die Gemeinde Lohfelden bietet das Projekt die Chance, weitere Plätze für Kleinkinder unter drei Jahren zu schaffen. Ab 2013 müssen die Kommunen nämlich den Rechtsanspruch der Eltern von Kleinkindern auf einen Betreuungsplatz erfüllen können. Aus der Sicht der Wirtschaft ist eine gute Kinderbetreuung zudem ein wichtiger Standortfaktor.

Der ASB-Regionalverband betreibt den neuen Betriebskindergarten in Lohfelden. Für den Umbau im dort bestehenden ASB-Kindergarten wurden 150 000 Euro investiert. Fünf Beschäftigte werden in der neuen Gruppe zeitversetzt arbeiten. Durch Zuschüsse von Europäischer Union und Land Hessen liegen die Betriebskosten pro Betreuungsplatz bei 700 Euro monatlich. Einen Teil dieser Kosten übernehmen die Firmen für ihre Mitarbeiter. Die Finanzierung des Projekts ist für zwei Jahre gesichert. Weitere Unternehmen können sich beteiligen.

Von Jörg Steinbach

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