Martin Hein, Bischof der Kirche von Kurhessen-Waldeck, wird heute 60 Jahre alt

Spielführer im Kirchen-Team

Feiert heute 60. Geburtstag: Bischof Martin Hein.

Kassel. Er ist klug, und so hört man gern zu, wenn er predigt. Was Martin Hein, Bischof der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, zu sagen hat, ist immer nachdenkenswert, regt zu Diskussionen an, wird beachtet. Nicht nur, wenn er, wie zu Weihnachten, vor Millionen in der ARD predigt.

Martin Hein, der heute 60 Jahre alt wird, führt, von außen betrachtet, die mehr als 880 000 Kirchen-Mitglieder mit ruhiger und gelassener Hand. Das ist eigentlich das Beste, was man über einen Kirchenführer sagen kann, der gleichermaßen Seelsorger und Manager eines Unternehmens ist, das durch nicht leichte See gesteuert werden muss.

Sein Führungsstil setzt auf Kooperation. Er ist keiner, der das Bischofsamt mit dem Sitz an der Spitze einer Monarchie verwechselt. Das machte Martin Hein schon deutlich, als er vor 13 Jahren sein Bischofsamt antrat. Er hielt damals einen Vortrag vor der Landessynode: Das Thema war das Verhältnis zwischen Bischofsamt und Kirchenparlament. In der kurhessischen Kirche, sagte er damals, gebe es ein Miteinander von Bischof und Delegierten in der Bildung von Meinungen und dem Treffen von Entscheidungen. Und da der Mannschaftsspieler Hein auch noch Hobby-Fußballer und Fan des KSV Hessen Kassel ist, ließen sich Journalisten, die über ihn schreiben, zu blumigen Bildern hinreißen: Die Kirche habe einen Spielführer, der seine Mannschaft eher motiviert denn herumkommandiert. Der 1,90 Meter große Mann zählt selbst das Moderieren zu seinen herausragenden Fähigkeiten: Meinungen zusammenbringen und daraus Perspektiven entwickeln.

Das Wort des Bischofs hat Gewicht - und Martin Hein schreckt auch nicht davor zurück, Themen anzupacken, die nicht nur in der Kirche für Aufregung sorgen. Als erste der evangelischen Kirchen in Deutschland legte die kurhessische Kirche vor wenigen Monaten eine Handreichung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare vor.

Auch sie sollen sich in der Kirche angenommen fühlen, sagte Martin Hein, verwies aber auch auf den Unterschied zur Trauung von Mann und Frau: „Beides ist eine Segnung, aber mit unterschiedlicher Wertigkeit.“

Von Frank Thonicke

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