Städtische Umfrage: Zwei von drei Kasselern bewegen sich einmal pro Woche oder öfter

Sport ja, Wettkampf nein

Kasseler mögen Wassersport: Drei Prozent des Sports finden auf dem Wasser statt – Schwimmen nicht mitgerechnet. Das klingt wenig, ist aber im Vergleich mit anderen Städten ein hoher Anteil. Das Foto entstand beim Anrudern auf der Fulda 2011. Archivfoto: Malmus

Kassel. Die Kasseler treiben gern Sport – oder bewegen sich zumindest regelmäßig. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die Grundlage für den Sportentwicklungsplan der Stadt ist. Demnach betätigen sich zwei von drei Kasselern mindestens einmal pro Woche sportlich.

Das Spektrum reicht von Spazierengehen bis Radfahren, von Tanzsport bis Tennis. Fast jeder dritte Jugendliche, der Sport treibt, spielt Fußball. Geschwommen wird hingegen in allen Altersklassen. Während sich die Mehrheit der jungen Menschen bis 40 als Sportler bezeichnet, geht es im Alter vor allem um Bewegung zur Erholung.

„Kassel unterscheidet sich beim Sportverhalten nicht wesentlich von anderen Städten“, sagt Wolfgang Schabert vom Stuttgarter Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS), Er hat die Umfrage betreut. Die Aktivitätsquote liegt mit 63 Prozent allerdings vier Prozentpunkte unter dem Mittelwert, den IKPS aus seinen Studien in 30 Kommunen ermittelt hat.

Große Einigkeit herrscht bei den Kasselern, warum sie sich sportlich betätigen: Gesundheit und Wohlbefinden, Spaß und Erholung sind ihnen wichtig. Wettkampf und Leistungsstreben spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Diese Gewichtung ist bei den Kasseler Sportvereinen längst angekommen. 42 Prozent der Vereine orientierten sich bereits am Freizeitsport; nur 19 Prozent definieren sich als wettkampforientiert. „Das ist eine sehr gute Entwicklung“, sagt Dr. Jörg Wetterich von IKPS. Allerdings werden nur 16 Prozent des Sports im Verein getrieben. Etwa die Hälfte der Aktivitäten findet ganz privat statt.

Die Umfrage zeigt auch, dass die Kasseler hart mit den Sportmöglichkeiten in ihrer Stadt zu Gericht gehen. Da die Bewertungen durchweg unter dem Schnitt liegen, glaubt Schabert, dass das Sportangebot nicht schlechter sei als in anderen Städten, sondern die Kasseler besonders kritisch. Das sei aber eine Interpretationsfrage.

Kritik an Sportstätten

Kritisch oder nicht: Die Kasseler sind mit der Anzahl und dem Zustand der Sportstätten nicht zufrieden. Den Sporthallen gibt nur jeder Fünfte eine gute Note. Auch bei Freizeitsportflächen wie Bolzplätzen gibt es Nachholbedarf.

Eine Arbeitsgruppe wird nun die Ergebnisse diskutieren und einordnen. Die sind nicht immer eindeutig: Vereine und Freizeitsportler haben unterschiedliche Ansprüche: „Unsere Aufgabe ist es, hier eine intelligente Lösung zu finden“, sagt Wetterich.

Von Marcus Janz

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