Nach AKGG-Insolvenz: Zukunft der Freestyle-Halle ungewiss

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Ihre zweite Heimat: Alban Reka (11, links) und Enver Eyibilen (10 Jahre), beide aus Kassel, waren in den Sommerferien fast jeden Tag in der Freestyle-Halle.

Kassel. Die mehrfach ausgezeichnete Jugendarbeit in der Freestyle-Halle im Wesertor steht vor einer ungewissen Zukunft: Nachdem der Eigentümer der Halle, der Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG), im Dezember Insolvenz angemeldet hatte, hängt das Jugendprojekt in der Schwebe.

Insolvenzverwalter und Stadt wollen sich aber dafür einsetzen, dass ein Investor gefunden wird, der den Weiterbetrieb der Halle sicherstellt. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters Carsten Koch gibt es bereits Interessenten – Namen wollte er nicht nennen.

Bei dem Trägerverein des Projekts, Dynamo Windrad, der das Gebäude am Franzgraben für 2000 Euro monatlich mietet, herrscht dennoch Unsicherheit. Karsten Onderka, der im Verein die Arbeit im Freestyle-Projekt koordiniert, bereitet die Insolvenz des Halleneigentümers aus mehreren Gründen Probleme. So sei das Einwerben finanzieller Förderungen durch Stiftungen und Sponsoren schwierig, solange die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt seien.

Auch geplante Umbauarbeiten in der Halle durch Dynamo Windrad seien ins Stocken geraten, weil nicht bekannt sei, ob das Gebäude langfristig für die Sportarbeit mit Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten genutzt werden kann. „Wenn ein Investor uns nicht will, könnten wir im Prinzip jederzeit rausfliegen“, sagt Onderka. Dennoch hätten Vereinsmitglieder die Halle über den Sommer neu gestrichen. Größere Umbauten seien aber nicht möglich.

Neuer Investor gesucht

Insolvenzverwalter Koch vom Kasseler Büro Westhelle & Partner sieht gute Chancen dafür, dass die Freestyle-Halle am bisherigen Standort beheimatet bleiben kann. Ziel sei es, für das gesamte Gelände am Franzgraben, auf dem sich auch der zum AKGG gehörende Ausbildungsbetrieb Buntstift befand, einen Käufer zu finden. Dieser Investor solle die Arbeit in der Freestyle-Halle entweder unterstützen und durch weitere soziale Angebote ergänzen oder zumindest tolerieren. „Einen Supermarkt anzusiedeln, hat dort keinen Sinn“, sagt Koch. Sowohl die Stadt als auch die Gläubigerbank hätten ihr Interesse am Erhalt des Projektes signalisiert. „Ich würde mich freuen, wenn ein Investor gefunden würde, der die erfolgreiche Arbeit von Freestyle weiter ermöglicht“, sagt Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink.

Neben der 850 Quadratmeter großen Halle befinden sich auf dem ehemaligen Grundstück der AKGG-Tochter Buntstift deren inzwischen leer stehende Büro- und Werkstattgebäude sowie ein 1800 Quadratmeter großes Freigelände.

Von Bastian Ludwig

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