Jetzt zehn Tage unterwegs

Sprechender Roboter Hitchbot reist durch Deutschland: Erfinderin lernte in Kassel

Startet heute seine Deutschlandreise: Der sprechende Roboter Hitchbot trampt von München bis nach Sylt. Foto: ProSieben

Kassel. An der Uni Kassel wird seit Jahren zur Entwicklung von Robotern geforscht. Auch die Grundlagen für den derzeit wohl beliebtesten Roboter namens Hitchbot wurden hier gelegt.

Denn seine Erfinderin Dr. Frauke Zeller (40) hat zehn Jahre in Kassel studiert und an der Hochschule zum Thema Mensch-Roboter-Interaktion promoviert. Am heutigen Freitag startet ihr sprechender Roboter, der vergangenes Jahr durch Kanada trampte, seine Reise durch Deutschland. Ob er nach Kassel kommt, ist ungewiss.

Sein Kopf besteht aus einer Kuchenhaube und einem Mülltonnendeckel, die Arme und Beine sind aus Schwimmnudeln und Kupferrohr konstruiert. Hitchbot ist ein Roboter aus einfachsten Alltagsgegenständen. Seine Qualitäten liegen im Inneren. Denn der akkubetriebene Roboter kann zwar nicht laufen, dafür aber sprechen.

Frauke Zeller

Diese Fähigkeit braucht er auch, wenn er seine zehntägige Reise durch Deutschland meistern will. Wie auch in Kanada sind die Deutschen aufgefordert, Hitchbot auf seinem Weg als Anhalter mitzunehmen. Wegen seiner gigantischen Internet-Fangemeinde sollte das auch hierzulande kein Problem sein. Über die Internetseite www.hitchbot.me kann alle Welt sehen, wo sich der Roboter gerade aufhält und welche Station er als Nächstes besuchen möchte.

Einige Stopps auf seiner Reise sind festgelegt, denn dort hat er Aufgaben zu erfüllen: Als Erstes geht es vom Startpunkt München zum Schloss Neuschwanstein, wo er in den Thronsaal vordringen muss. Später soll er sich beim Karneval in Köln mit dem Karnevalsprinzen fotografieren lassen. Anschließend wird es erst richtig schwer: Hitchbot muss sich mit einem Fußball-Weltmeister ablichten lassen. Schließlich geht es noch nach Berlin, Sylt und wieder zurück nach München.

Ob Hitchbot auf seiner Tour in Kassel vorbeikommt, ist nicht klar. Denn auf welchem Weg er die Stationen erreicht und wo er zwischendurch landet, ist dem Zufall überlassen. Das entscheiden seine Mitfahrgelegenheiten.

Im Gespräch mit der HNA hat Frauke Zeller jüngst erzählt, dass sie an der Uni Kassel gelernt habe, wie man sozial ansprechende Roboter kreiert. Mit Hitchbot wolle sie herausfinden, ob Roboter Menschen vertrauen können.

Diesmal wird Hitchbots Reise nicht nur auf Sozialen Netzwerken dokumentiert, sondern auch von einem Filmteam der ProSieben-Sendung „Galileo“ begleitet.

Zur Person

Dr. Frauke Zeller (40) stammt aus Berlin und hat von 1994 bis 2005 in Kassel studiert. Nachdem sie ihre Doktorarbeit zum Thema Mensch-Roboter-Interaktion geschrieben hatte, ging sie zum Habilitieren an die TU Ilmenau. Inzwischen arbeitet sie an der Ryerson University in Toronto. Zeller ist ledig.

Von Bastian Ludwig

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