Spezialfirma transportierte Waffen ab

Taucher finden vier Sprengkörper in der Fulda

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Kassel. Zwei Stabbrandbomben, eine Phosphorbombe INC 30 sowie eine Handgranate haben die Taucher der Kampfmittelbergung Schollenberger aus Celle am Montag in der Fulda entdeckt.

Die systematische Untersuchung des Areals in Höhe des Motor- und Yachtclubs in Kassel wurde erforderlich, nachdem wiederholt verdächtige Blasen- und Nebelbildungen im Wasser beobachtet worden waren. Am Dienstagmorgen tauchte Feuerwerker Jens Conrad in etwa vier Meter Tiefe und verpackte die Waffen in Spezialbehälter.

Das sei zeitaufwändig, sagt sein Kollege Thomas Borchert. Es habe ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde gedauert, um die Phosphorbombe in dem Behälter zu verstauen, um diesen dann an die Wasseroberfläche zu ziehen. Anschließend wurden die Sprengkörper von Mitarbeitern der Firma Tauber, die auf die Beseitigung von Munition und Bombenblindgängern spezialisiert sind, abtransportiert.

aktualisiert um 14 Uhr

Es ist ganz wichtig, dass Phosphorbomben, die ein Gemisch aus Phosphor und Kautschuk enthalten, nicht mit Luft in Verbindung kommen, erklärt Borchert. Durch den darin enthaltenen Sauerstoff entzündet sich Phosphor nämlich von selbst.

Phosporbomben seien im Zweiten Weltkrieg zur Zerstörung von Gebäuden abgeworfen worden. „Die Bomben klatschten auf den Häusern auf, klebten überall und brannten wie Hölle.“ Die Phosphorbombe sei in dem Bereich entdeckt worden, in dem in den vergangenen beiden Sommern zuvor die verdächtigen Blasen aufgestiegen waren.

Insgesamt haben die Feuerwerker bei einer Sondierung des Flusses 102 Störpunkte auf der 7500 Quadratmeter großen Fläche ausgemacht.

Beim Untersuchen der bislang knapp 60 Störpunkte stießen die Taucher auch auf eine Handgranate. Die soll laut Borchert am Donnerstag unter Wasser gesprengt werden. Neben den Kriegswaffen und etwa 15 Kilogramm Bombensplitter haben die Taucher seit der vergangenen Wochen vornehmlich Schrott aus dem Fluss gefischt: Ein einzelner Schlittschuh, Anker, ein Stuhl, Eisenrohre und Drahtstücke wurden bei den Störpunkten entdeckt. Insgesamt sei der Grund der Fulda in diesem Bereich nicht sehr vermüllt, sagt Borchert. „Wir haben schon viel Schlimmeres erlebt.“

Nachdem alle 101 Störpunkte untersucht worden sind, werden die Feuerwerker Meter für Meter am Uferebereich auf der Seite Motor- und Yachtclubs abtauchen. Dort liege auf dem Grund offenbar soviel Metall, dass man bei der Sondierung keine einzelnen Störpunkte habe auswerten können.

Die Wassertemperatur ist mit sechs Grad derzeit übrigens höher als die Lufttemperatur mit drei Grad. Durch den Wind auf dem Fluss fühlt es sich noch kälter an. „Es ist nicht schön. Es zieht wie Hecht“, sagen die Feuerwerker über ihre Arbeit auf der schwimmenden Plattform. (use)

Fotos von der Bergung

Bombensuche in der Fulda

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