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Sprit, Heizöl und Erdgas werden teurer: Was tun bei steigenden Energiepreisen?

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Von: Alina Andraczek

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Heizung
Wird immer teurer: Seit Russland, einer der weltweit wichtigsten Lieferanten für Erdgas und -öl, einen Krieg in der Ukraine begonnen hat, steigen die Energiekosten. © Dpa/ Hauke-Christian Dittrich

Russlands Krieg in der Ukraine treibt die Energiekosten in Deutschland in die Höhe. Was die steigenden Preise von Öl, Gas und Strom für Verbraucher bedeuten.

Nachdem die Energiepreise schon im Winter stark gestiegen waren, treiben der russische Krieg in der Ukraine und die wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Land die Preise für Erdgas und Öl und damit die Heizkosten in die Höhe. Auch der Strompreis steigt - obwohl er nur indirekt vom Gaspreis beeinflusst ist. Wie man mit steigenden Energiepreisen im Haushalt umgehen kann.

Was verbraucht im Haushalt am meisten Energie?

Im Durchschnitt entfallen etwa 70 Prozent des Energieverbrauchs auf das Heizen. Hier solle man die Einstellung genau an die empfohlene Raumtemperatur anpassen, sagt Manfred Schaub von der Energieagentur Energie 2000. „Jedes Grad mehr bedeutet circa sechs Prozent mehr Energie“, sagt er. „Wenn ich um ein Grad herunterdrehe, habe ich also grob sechs Prozent eingespart.“ Zudem liefen viele Heizungsanlagen noch auf Werkseinstellungen und damit unnötig viele Stunden am Tag. „Wenn man die Einstellungen an das eigene Nutzungsverhalten anpasst, kann man einiges einsparen“, sagt Schaub. In Mehrfamilienhäusern helfen dabei programmierbare Thermostate an den Heizkörpern.

Wie kann ich im Alltag darauf achten, Strom zu sparen?

Bei elektrischem Strom treiben vor allem ineffiziente Geräte den Verbrauch in die Höhe, weiß Bernhard Reude, der einkommensschwache Haushalte für Stromspar-Check Kassel berät. Das Angebot wird unter anderem getragen durch die Caritas und das Bundesumweltministerium. „Manchmal sind es alte Fernsehapparate oder ein kaputter Kühlschrank“, sagt Reude, „wir gehen dann durch die Wohnung und finden die Stromfresser.“ So sparen seine Klienten zwischen 25 und 30 Prozent Strom- oder Gaskosten. Bei der Suche nach Einsparpotenzial hilft ein Stromzähler, der zwischen Gerät und Steckdose zwischengeschaltet werden kann. Ineffiziente oder gar kaputte Geräte sollten ersetzt, alte Glühbirnen durch Energiesparlampen ausgetauscht werden. Besonders viel könne man bei Elektroboilern in Küche und Bad sparen, so Reude: „Die heizen Tag und Nacht, auch wenn ich gar kein Wasser verbrauche.“ Er empfiehlt dann ein Gerät namens Thermo-Stop, um den Boiler auszuschalten, wenn kein heißes Wasser benötigt wird.

Wenn ich eine Preisgarantie für 12 oder auch 24 Monate von meinem Anbieter habe, kann ich mich darauf verlassen?

„Man hat ja leider erst kürzlich gemerkt, dass man sich nicht überall auf die Preisgarantien verlassen kann“, sagt Manfred Schaub von Energie 2000, „gerade die Anbieter, die sehr günstig waren, sind in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen, weil sie darauf gesetzt haben, dass sie den Strom kurzfristig günstig einkaufen können.“ Größere Anbieter wie die kommunalen Stromversorger hielten ihre Preisgarantien meist zumindest während der Vertragslaufzeit. „Was danach kommt, weiß man nicht.“

Sollte ich jetzt nach einem günstigeren Anbieter suchen?

Bernhard Reude von Stromspar-Check Kassel rät davon ab, in Panik den Anbieter zu wechseln. „Wenn man einen Neuen nimmt, schlagen die Preise oft biestig zu“, sagt er. Auch Manfred Schaub sagt: „Neukunden müssen häufig deutlich mehr zahlen als Bestandskunden, weil für sie die benötigten Mengen neu eingekauft werden müssen.“

Was, wenn ich den Abschlag oder die Nachzahlung nicht zahlen kann?

Die beiden Energieberater sind sich einig: Wenn man in Zahlungsschwierigkeiten kommt oder die Nachzahlung nicht sofort begleichen kann, sollte man frühzeitig Beratung suchen oder auf den Stromanbieter zugehen. „Manchmal kann man mit seinem Stromanbieter auch eine Ratenzahlung vereinbaren“, sagt Reude. (Von Alina Andraczek)

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