Höhere Beschaffungskosten, schwacher Euro

Spritpreise ziehen wieder an

Wieder gestiegen: Der Sprit ist teurer geworden. Klettern der Rohölpreise weiter, ist mit höheren Tankstellenpreisen zu rechnen. Foto: nh

Kassel. Die Spritpreise in und um Kassel, die vor einer Woche auf ein langjähriges Tief von 1,25 Euro für Super und 1,12 Euro für Diesel gefallen waren, sind seit Wochenanfang deutlich angezogen und lagen am Freitag auf dem Niveau von Anfang Januar.

Damals kostete Super zwischen 1,31 und 1,34 und Diesel zwischen 1,15 und 1,18 Euro (wir berichteten).

Grund für die aktuelle Entwicklung an den Zapfsäulen ist der Anstieg des Rohölpreises sowie der stark gesunkene Euro-Kurs. So erholte sich der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent von 46,4 Dollar Ende Januar auf aktuell rund 58,6 Dollar, was knapp 52 Euro entspricht. Auch die US-Sorte WTI verteuerte sich: um gut sieben auf derzeit 45,50 Euro.

Historische Höchstpreise

Zur Erinnerung: Das Barrel WTI markierte Mitte vergangenen Jahres bei 105 Dollar ein historische Hoch, und Brent kostete Anfang 2012 bis zu 125 Euro. Die unterschiedlichen Preise haben mit der Energiedichte und den unterschiedlichen Märkten zu tun. An den beiden genannten Sorten orientieren sich alle anderen Qualitäten.

Gleichzeitig müssen Käufer aus den Euro-Ländern wegen des stark gesunkenen Euros für einen Barrel deutlich tiefer in die Tasche greifen, weil Rohöl weltweit in Dollar abgerechnet wird und der wegen der lockeren Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank gegenüber der Gemeinschaftswährung seit Jahresanfang kräftig gestiegen ist.

Was sich seit Anfang Januar kaum verändert hat, sind dagegen die nach wie vor großen regionalen Preisunterschiede. In Kassel und Nordhessen wird weiterhin mit der teuerste Treibstoff im Bundesgebiet verkauft.

So kostet ein Liter Diesel in Berlin und Dortmund etwa acht Cent weniger, in Rostock gleichviel und in Trier sogar sieben Cent mehr. Beim Super sieht es ähnlich aus: In Dresden und Frankfurt ist er sieben Cent billiger, in Oberammergau drei Cent teurer.

Diese Unterschiede versuchen Mineralölkonzerne mit der Wettbewerbsintensität, sprich Tankstellendichte, zu erklären, was vielfach nicht nachvollziehbar ist.

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