Ausweichort ist noch unklar

Staatstheater Kassel: 2024 ruht der Spielbetrieb im Großen Haus - Ersatzhalle für Oper gesucht

Das Kasseler Opernhaus stehen große Reparaturarbeiten an. Ein zwischenzeitlicher Umzug ist nötig. Die große Frage: Wo geht‘s hin?

Kassel - Im Opernhaus in Kassel kann der Spielbetrieb ab Sommer 2024 nicht weitergehen. Weil die Bühnentechnik stark reparaturbedürftig ist, muss das Musiktheater in eine Ersatzspielstätte verlagert werden. Diese Umzugsnotwendigkeit ist seit Jahren bekannt. An welchem Ort sich ab der übernächsten Spielzeit der Vorhang heben wird, steht aber noch nicht fest, obwohl die Zeit drängt. Vier Alternativen werden derzeit geprüft, teilt ein Sprecher der Stadt mit. Dabei geht es um fachliche wie finanzielle Fragen. Angesichts „erheblicher Preissteigerungen“ im Bausektor müsse auch die Wirtschaftlichkeit im Blick behalten werden.

Allem Anschein nach ist die zwischenzeitlich favorisierte Lösung, in eine Halle auf dem Henschelareal umzuziehen, damit vom Tisch. Auf dem zehn Hektar großen Areal sollen unter anderem Wohnungen entstehen. Der Investor Sector 7 ist seit 2021 Eigentümer des Geländes in Rothenditmold. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage: „Kurzfristig ist eine Anmietung der Halle R10 nicht möglich, da sie aktuell anderweitig genutzt wird. Dies schließt allerdings eine langfristige Planung grundsätzlich nicht aus.“

Staatstheater Kassel: Großer Umrüstungsbedarf bei altem Industrieobjekt

Nach Auskunft der Stadt ist das „Angebot an Bestandshallen“ in Kassel in Bewegung. Es heißt: „So kann aktuell über interessante Objekte verhandelt werden, die vor Monaten noch nicht auf dem Markt und im Gespräch waren.“ Alternative zur Ertüchtigung eines alten Industrieobjekts wäre die Errichtung einer temporär zu nutzenden Halle in Leichtbauweise. Das geht schneller, hat aber den Nachteil, dass das schon vor vielen Monaten formulierte Ziel nicht gegeben wäre, eine ertüchtigte Halle auch nach dem Auszug des Staatstheaters weiter zu nutzen.

So sieht es von außen aus: das Staatstheater Kassel.

Der Umrüstungsbedarf einer Bestandshalle für den Musiktheaterbetrieb ist erheblich, darauf weist auch Intendant Florian Lutz hin. Neben höchsten Anforderungen an Sicherheit der Mitarbeiter sowie Besucher und den Brandschutz muss der Schallschutz von innen und außen gewährleistet sein. Zudem ist der Komfort der bis zu 1000 Zuschauer entscheidend.

Da die Ausweichstätte einige Jahre genutzt werden soll, muss sie zudem so attraktiv sein, dass das Publikum dort auch wiederholt hinkommen möchte. Lutz: „Wir gehen davon aus, dass unseren Trägern, dem Land Hessen und der Stadt Kassel, die Notwendigkeit unseres Bedarfes und der zeitliche Druck hinlänglich bekannt sind.“ (Bettina Fraschke)

Rubriklistenbild: © Fischer, Andreas

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