Ein Mann mit Ambitionen am Staatstheater Kassel: Der künftige Intendant Florian Lutz stellt sich vor

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Sie geben ein Bild der Harmonie ab: (von links) Generalmusikdirektor Francesco Angelico, der künftige Intendant Florian Lutz, Hessens Kunstministerin Angela Dorn und Kassels Kulturdezernentin Susanne Völker.

Ein Theater in der Stadt und für die Stadt, das gleichzeitig eine nationale Ausstrahlung hat: Das hat sich der künftige Intendant des Kasseler Staatstheaters als Ziel gesetzt.

Kassel – Der 40-jährige Florian Lutz wurde am Freitag im Schauspielhaus von der hessischen Kunstministerin Angela Dorn, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle und Kulturdezernentin Susanne Völker der Presse und zahlreich erschienenen Theaterangehörigen vorgestellt.Lutz wird sein Amt zur Spielzeit 2021/22 antreten. Sein Vertrag läuft über fünf Jahre.

Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass Generalmusikdirektor Francesco Angelico seinen bis 2021 laufenden Vertrag um weitere vier Jahre bis 2025 verlängert.

Lutz, der seit 2016 Intendant der Oper Halle/Saale ist und zuvor als freier Opernregisseur an zahlreiche Opernhäusern gearbeitet hat, sagte, er sei „unglaublich dankbar“ für das Vertrauen, das ihm von der Findungskommission und den Theaterträgern, Land Hessen und Stadt Kassel, entgegengebracht wird.

Lutz' Vision für das Staatstheater Kassel: Zeitgenössisch mit Uraufführungen, aktuellen Stücken und Musiktheater

Noch sei es zu früh, konkrete Projekte vorzustellen, sagte Lutz. Dennoch deutete er an, in welche Richtung er das Staatstheater zu führen gedenkt. Zeitgenossenschaft ist da ein wichtiges Stichwort. Dazu gehören Uraufführungen und aktuelle Stücke, die einen Schwerpunkt auch im Musiktheater bilden werden. Lutz: „Im Schauspiel ist das eher schon Alltag.“ 

Regisseure von nationaler und internationaler Ausstrahlung sollen das Staatstheater auch überregional positionieren. Seinen eigenen Schwerpunkt sieht der Hallische Opernintendant auch künftig im Musiktheater. „Ich selbst werde das Gesicht der Oper stärker prägen als das des Schauspiels.“

Florian Lutz will das Staatstheater und die Stadt Kasel jetzt erst einmal näher kennenlernen

Florian Lutz, designierter Intendant des Staatstheaters Kassel.

Lutz erklärte, er wolle in den eineinhalb Jahren bis zu seinem Amtsantritt die Stadt und das Theater gründlich kennenlernen. Sehr wichtig sind ihm partizipative Projekte, um Menschen als Publikum – und auch als Akteure – zu gewinnen, die bisher dem Theater nicht verbunden sind. 

Ein Beispiel für solche neuen Ansätze war in Halle sein Projekt Raumbühne „Heterotopia“, das Musiktheater räumlich und akustisch auf neue Weise erlebbar machte und mit dem Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet wurde.

Viel Lob für Florian Lutz und kein Kommentar zu Personalquerelen in Halle

Zu den Personalquerelen, die zu seiner Nichtverlängerung in Halle geführt hatten, wollte Lutz sich im Rahmen der gestrigen Vorstellung nicht näher äußern.

Großes Lob erhielt Lutz von Kunstministerin Dorn: „Besonders beeindruckt hat uns, wie konsequent und leidenschaftlich Florian Lutz nach aufregenden künstlerischen Lösungen sucht, um auch künftig viele Menschen für das Theater zu begeistern.“ In ähnlicher Weise äußerten sich auch Oberbürgermeister Geselle und Kulturdezernentin Völker.

Intendant Thomas Bockelmann ist zufrieden mit der Wahl seines Nachfolgers

Obwohl es für einen Abschied ja noch viel zu früh sei, sprachen Dorn und Geselle auch dem jetzigen Intendanten Thomas Bockelmann, der das Staatstheater seit 2004 leitet, ihren großen Dank aus. Bockelmann seinerseits lobte ausdrücklich die Entscheidung der Findungskommission für seinen designierten Nachfolger Florian Lutz und kündigte einen guten und einvernehmlichen Übergang an.

Fast 100 Prozent stimmten zu: Francesco Angelico bleibt bis 2025 Generalmusikdirektor in Kassel

Francesco Angelico, Generalmusikdirektor in Kassel.

Neuanfang und Kontinuität fließen am Staatstheater zusammen durch die am Freitag erfolgte Vertragsverlängerung von Francesco Angelico, der nun zumindest bis 2025 Generalmusikdirektor in Kassel bleibt. Das Staatsorchester hatte sich zu annähernd 100 Prozent für die Verlängerung ausgesprochen – ein in der deutschen Orchesterlandschaft fast einmaliger Wert. 

Sowohl Angelico als auch der designierte Intendant Lutz betonten, sie freuten sich auf die Zusammenarbeit und künftige gemeinsame Projekte. Launig verwies Angelico darauf, sie beide hätten lockiges Haar, doch dies sei nicht die einzige Gemeinsamkeit. Fast gerührt schien Angelico, als er sich für die große Anerkennung bedankte, die seine Arbeit in Kassel erfahren hat. Er freue sich sehr auf die spannende weitere Arbeit mit dem „wunderbaren Orchester, Chor und Ensemble“

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