Stacking-Weltrekord geknackt

Hochstapler aus Kassel im Guinness-Buch

Schnelligkeit ist keine Hexerei: 36 Schüler der Johann-Amos-Comenius-Schule nahmen am Rekordversuch im Sportstapeln teil. Dabei galt es unter Zeitdruck Pyramiden aus Bechern auf- und abzubauen. Auf dem Foto stacken vorn (von links) Yussuf-Han und Soleiman. Fotos: privat/nh

Kassel. Rasend schnell stapeln die Schüler Pyramiden aus Kunststoffbechern. Was in welcher Reihenfolge aus wie vielen Bechern gestapelt wird, ist vorher genau festgelegt.

Wem der Auf- und Abbau der Konstruktionen in der kürzesten Zeit gelingt, gewinnt den Wettkampf.

„Stacking“ (Sportstapeln) heißt diese Sportart, bei der die Johann-Amos-Comenius-Schule mit 36 Schülern an einem Weltrekordversuch teilgenommen hat. Das Ziel: Mehr als 600 000 Stacker aus der ganzen Welt und jeden Alters sollten in Gruppen von mindestens 25 Teilnehmern zum selben Zeitpunkt Pyramiden stapeln. Die Aktion unter dem Titel „STACK UP!“, findet seit 2006 jährlich statt, um neue Rekorde für das Guinness-Buch aufzustellen.

Dieses Mal galt es den Weltrekord aus dem Jahr 2013 zu brechen. Damals stapelten weltweit mehr als 550 000 Menschen aus 2800 Schulen und Vereinen. Dieser Rekord wurde jetzt mit weltweiter Unterstützung gemeinsam geknackt, sagt Markus Pondruff, Lehrer an der Comenius-Schule. Er hatte die Teilnahme in diesem Jahr zum zweiten Mal organisiert. „Die Urkunde wird uns in den nächsten Tagen zugestellt.“.

Der Wettstreit hat den Nachwuchssportlern, alle im Alter zwischen zehn und 16 Jahren, viel Freude gemacht. „,Das war ein Riesen-Spaß. Ich will jetzt auch bei Turnieren stacken“, erzählt der Sechsklässler Soleiman Bedar. Organisiert wird „STACK UP“ vom Welt Sport Stacking Verband (WSSA). Die Kasseler waren in diesem Jahr die einzige Schule aus Nordhessen und eine von 40 Schulen aus ganz Deutschland.

Markus Pondruff (34) unterrichtet Sport und Arbeitslehre. Vor zwei Jahren gründete er an seiner Schule die „Sport Stacking AG“. Jeden Donnerstag trainiert er 18 Schüler im geschickten Umgang mit den Sport-Bechern. Bei der TSG 1887 Niederzwehren hat er zudem die Stacking-Abteilung gegründet. Einige seiner Schüler sind dort Mitglied. Gemeinsam reisen sie als TSG-Mannschaft zu bundesweiten Wettbewerben.

Beim Stapeln komme es auf die exakte Koordination von Hand und Auge an, erzählt Pondruff. Der Sport habe großen pädagogischen Wert: Durch den Einsatz beider Hände, gesteuert durch je eine Gehirnhälfte, werde deren Vernetzung untereinander gefördert. Der Effekt: „,Stacking trainiert das Logische Denken und die Lesefähigkeit der Schüler“, sagt er. Unter den Fünf- bis Sechsklässlern erfreue sich das Stapeln besonderer Beliebtheit. „Es geht darum die eigenen Zeiten immer wieder zu verbessern. Das reizt die Schüler.“ Nächstes Jahr werden die Kasseler in jedem Fall wieder beim Weltrekordversuch mitmachen.

Von Jesko Giessen

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