Sicherheitskonzept für Hessentag 2013 – Maffay und Tote Hosen vor 30 000 Fans?

Stadion wird Konzertarena

Große Schüssel für große Konzerte: Im Auestadion sollen beim Hessentag im kommenden Jahr 30 000 Menschen Platz finden. Dazu würde auch der Innenraum genutzt. Fluchtwege könnten die nicht überdachten Stehtribünen sein. Foto:  Schachtschneider / Charterflug Kassel

Kassel. Am Wochenende sorgte Peter Maffay vor 25 000 Besuchern beim Eichsfeld-Festival in Duderstadt für Partystimmung. Im Auestadion könnte er sogar noch vor 5000 Fans mehr auftreten. „Unser Ziel ist es, dass 30 000 Besucher zu großen Konzerten kommen können“, sagt Manfred Merz, Büroleiter von Oberbürgermeister Bertram Hilgen.

Peter Maffay gehört zu den Namen, die am heißesten gehandelt werden, wenn es um den Hessentag 2013 in Kassel geht. Vom 14. bis 23. Juni wird an der Fulda gefeiert, und „An Tagen wie diesen“ (ihr aktueller Hit) wären natürlich auch die Toten Hosen und der „Graf“ von der Band Unheilig richtige Kracher. Für das etwas gesetztere Alter wird mit Elton John auch immer wieder ein Altmeister und Weltstar gehandelt.

„Das sind alles nur Spekulationen, wir können noch keine Namen nennen“, sagt Manfred Merz. Erste Verpflichtungen würden voraussichtlich nach den Sommerferien offiziell bekannt gegeben. Das müsse mit dem Ticket-Verkauf koordiniert werden. Die beste Vorverkaufszeit für Konzertkarten sei kurz vor Weihnachten.

Doch ganz egal, welche Stars nach Kassel kommen: Das Auestadion muss als Konzertarena erst noch aufgepeppt werden. Was fehlt, sind Fluchtwege aus dem Innenraum. Bisher ist der für 6000 Besucher zugelassen. Das klingt viel, ist es aber nicht. Wenn die große Fläche nicht halb leer wirken soll, müssten es mindestens doppelt so viele Menschen sein. Erst dann käme die typische Open-Air-Stimmung auf.

Ein Sicherheitsberater aus Frankfurt hat die Stadt in den vergangenen Monaten bei der Planung unterstützt. Einige Details müssten noch geklärt werden, dann könne man ein Konzept präsentieren, sagt Merz.

Ganzer Block als Fluchtweg

Schon jetzt steht fest, dass es eine Lösung in der Frage der Fluchtwege geben wird. Wenn bei Konzerten die Gitter vor der Nordkurve geöffnet würden, wäre das schon ein Fortschritt. Der ganze Block könnte so zum Fluchtweg werden. Dafür müssten auch die Sperren auf den Rängen, die sogenannten Wellenbrecher, bei Bedarf abgebaut werden. Im Falle einer Panik muss gewährleistet sein, dass die Menschen aus dem Innenraum schnell nach außen kommen können.

An Flucht und Panik müssen die Verantwortlichen denken. Seit der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg vor zwei Jahren, als 21 Menschen ums Leben kamen, ist das Thema Sicherheit noch sensibler geworden.

Unter dem Strich überwiegt aber die Vorfreude. Wenn das Auestadion für Konzerte beim Hessentag fit gemacht wird, dann bleibt es auch darüber hinaus eine gut nutzbare Konzertarena. Bei 30 000 Besuchern besteht die Chance, dass die Großen der Branche bald keinen Umweg mehr um Kassel machen.

Von Thomas Siemon

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