Der Kasseler Campingplatz wird von Menschen aus ganz Deutschland besucht

Stadionhopper und Geburtstagsgäste auf Kasseler Campingplatz

Sie haben sich in der Mitte getroffen: Benedikt (33) aus Frankfurt und Julia (28) aus Braunschweig verbrachten das Wochenende auf dem Kasseler Campingplatz an der Fulda.
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Sie haben sich in der Mitte getroffen: Benedikt (33) aus Frankfurt und Julia (28) aus Braunschweig verbrachten das Wochenende auf dem Kasseler Campingplatz an der Fulda. 

Wer macht auf dem Kasseler Campingplatz Urlaub? Menschen aus ganz Deutschland, wie man am vergangenen Wochenende sehen konnte.

Kassel – Dass der KSV Hessen Kassel am Samstagnachmittag noch den Ausgleich gegen den Favoriten Steinbach geschossen hat und beinahe das Spiel im Auestadion gewonnen hätte, das hatte die Mannschaft vielleicht auch ein bisschen Elisa und Timo Heinrichs aus Wuppertal zu verdanken. Die beiden Fußballfans waren extra nach Kassel gekommen, um sich die Löwen in ihrem Stadion anzuschauen.

Die Heinrichs sind nämlich Stadionhopper. „Wir sammeln Stadien“, erzählt Elisa Heinrichs. Zusammen mit ihrem Mann hat sie schon Stadien im dreistelligen Bereich besucht.

In Kassel haben sie in ihrem Campingbus auf dem neu eröffneten Platz an der Fulda abgestellt. „Hier gefällt es uns sehr gut“, sagt Elisa Heinrichs. Natürlich haben die beiden die Daumen für den KSV gedrückt. „Wir sind immer für die Außenseiter“, sagt Timo Heinrichs.

Aber nicht nur wegen des Fußballs sind am vergangenen Wochenende Camper nach Kassel gekommen. Heidi und Willfried Herrmann aus Köln wollten die Stadt erkunden. Den sanierten Campingplatz finden sie sehr schön. „Es fehlt nur ein kleines Geschäft“, sagt Wilfried Herrmann. Eigentlich wollten sie ihr Wohnmobil auf dem Wohnmobilstellplatz abstellen. Aber da sei ihnen alles zu eng. „Da hat man keine Privatsphäre. Da hört man jeden Pups vom Nachbarn“, sagt Heidi Herrmann.

Deshalb haben die beiden auch etwas tiefer in die Tasche gegriffen und sich einen Stellplatz auf dem Campingplatz gegönnt. Um Kassel besser erkunden zu können, hat sich das Paar einen 125er-Roller mitgebracht. Der lässt sich bequem auf dem geräumigen Wohnmobil transportieren. Die erste Tour führte die beiden in den Bergpark. Das einzige, was das Paar in ihrer ersten Nacht in Kassel gestört hat, sei der Lärm von einer Party gewesen, die irgendwo in der Nähe stattgefunden hat. „Das ging die ganze Nacht bumm, bumm“, berichtet Heidi Herrmann. „Die Leute im Zelt haben mir leidgetan.“

Im Zelt haben Julia (28) aus Braunschweig und Benedikt (33) aus Frankfurt übernachtet. „Da war ein Rave, der ging bis heute Morgen um 10 Uhr“, berichte die junge Frau. Für Camping in Kassel haben sich die beiden entschieden, weil der Platz etwa in der Mitte von Frankfurt und Braunschweig liegt.

Einige Camper hätten sich am Samstagmorgen über den Lärm in der Nacht beschwert“, erzählt Matteo Dellamaria, der an der Rezeption des Campingplatzes arbeitet. Ob die Party in einem Ruderverein oder unter der Brücke, wo sich gern Skater aufhalten, stattgefunden hat, sei aber unklar. „Solch ein Lärm hier ist aber nicht die Regel“, sagt Dellamaria. Zudem seien die meisten Camper sehr entspannt.

Nach Angaben von Hubert Henselmann, Bereichsleiter Freizeittourismus bei der Kassel Marketing GmbH, die den Platz der Stadt Kassel betreibt, habe man im Juli und August bereits 4400 Übernachtungen gehabt. Viele Gäste seien in Wohnmobilen unterwegs, darunter auch Durchreisende aus Skandinavien und den Beneluxländern. Aber Kassel sei schon lange nicht mehr nur ein „Durchreiseziel“. Die Camper blieben zwischen drei und 14 Tagen.

Und sie kommen auch wieder: Karl-Josef Bönninghausen ist bereits zum zweiten Mal auf dem Kasseler Platz nach seiner Neueröffnung. „Es ist richtig schön geworden“, sagt der Mann aus Fulda. Er und seine Frau haben die Räder dabei, um in Kassel Tagestouren zu machen.

Auch Gloria Naubert aus Ludwigsburg war schon öfter Gast auf dem Platz. „Meine Schwägerin lebt in Kassel.“ Nach der Sanierung sei hier eine deutliche Verbesserung festzustellen. Zudem schätzt sie die tolle Lage an der Fulda. Bevor sie am Montag mit ihrer Familie weiter nach Rügen fährt, wollten sie noch den Geburtstag von Schwägerin Petra nachfeiern. Die ist nämlich 50 Jahre alt geworden. Alles Gute nachträglich. (use)

Stadionhopper: Elisa und Timo Heinrichs aus Wuppertal verbrachten das Wochenende in Kassel, um den KSV im Auestadion zu sehen. 
Sie haben immer ihren Roller für Erkundungstouren dabei: Wilfried und Heidi Herrmann aus Köln.
Kamen zum 50. Geburtstag der Schwägerin: Gloria Naubert aus Ludwigsburg mit ihren Kindern Sara und Neo.

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