Stadionreportage

Wie die U21-Fans den Sieg gegen die Färöer erlebten

Freuen sich über das Länderspiel im Auestadion: Silas Meyer aus Kassel (von links), sein Freund Linus Ebel und seine Mutter Andra Meyer feuerten die U 21-Junioren an. Fotos: Fischer

Kassel. Mit Ach und Krach hat die deutsche Fußball-Auswahl U21 am Dienstagabend in Kassel gegen die Färöer gewonnen. Mehr als 8300 Zuschauer drückten der Mannschaft gegen die Färöer die Daumen - eine Reportage aus dem Stadion.

Mit so einem knappen Ergebnis hat Martin Schürmann vor dem Anpfiff nicht gerechnet. Der 43-jährige Metallarbeiter aus dem Sauerland war wohl einer der wenigen, wenn nicht gar der einzige Fan der Färöer, der zu dem EM-Qualifikationsspiel ins Kasseler Auestadion gekommen war. „Ich tippe 2:0 oder 3:0 für Deutschland“, sagte der Sauerländer mit Wikingerhelm, der seit zehn Jahren dem Team von den Schafsinseln von Spiel zu Spiel hinterherreist. Er finde es klasse, wie diese Amateure Fußball spielen und daran Freude hätten.

Am Dienstagabend hätten diese Amateure aus dem Nordatlantik den U 21-Junioren und ihren mehr als 8300 Anhängern im Auestadion fast noch den Spaß verdorben. Nur knapp siegte das favorisierte Team von Trainer Horst Hrubesch mit 3:2.

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Auf ein 3:0 hatte auch Andra Meyer aus Kassel getippt, die mit ihrem Sohn Silas und dessen Freund ins Stadion gekommen war. „Wir sind total begeistert, ein Spiel der Nationalmannschaft in Kassel zu sehen“, sagte Meyer. Ansonsten geht sie ab und an mit ihrem Sohn zu einem Spiel des KSV Hessen Kassel.

Das machen Kai Becherer aus Frankenau und Daniel Ernst aus Löhlbach bei jedem Heimspiel. Dann kämen die Löwen-Anhänger aber niemals auf die Idee, auf der Haupttribüne zu sitzen. Dann stehen sie immer in der Nordkurve.

Das war gestern Abend aber verboten. Bei einem EM-Qualifikationsspiel darf es keine Stehplätze geben. Die Stimmung, für die die KSV-Anhänger in der Nordkurve schon so oft gesorgt haben, die hätte bei diesem EM-Spiel mitunter nicht geschadet. DFB-Maskottchen Paule, ein Adler mit schwarzem Gefieder und gelbem Schnabel, heizte stattdessen den Zuschauern ein.

„Man merkt schon, wenn die Nordkurve leer ist“, sagte Werner Wiegand, der regelmäßig ins Auestadion geht und auch noch die Zeiten kennt, als noch weit über 20 000 Zuschauer hier waren. Man dürfe den alten Zeiten nicht immer hinterhertrauern. „Wir können uns freuen, dass es heute so voll ist.“

Noch mehr hätte sich Wiegand aber über ein Tor von Yunus Malli gefreut, der in Kassel aufgewachsen ist und früher für die Sportfreunde Fasanenhof und den VfL Kassel gespielt hat. „Ich kenne seinen Vater und er ist ein toller Spieler.“ Leider konnte Malli, der jetzt für Mainz 05 kickt, in der ersten Halbzeit seine Torchance nicht verwandeln.

Die Mitarbeiter der FAC-Events & Verleih GmbH, die für das Catering zuständig ist, hatten gestern auch mehr als üblich zu tun. „Beim KSV-Spiel kann ich jeden Besucher mit Handschlag begrüßen“, sagte Marc Gerlach-Zinn, der in der Haupttribüne Würstchen verkauft. Allerdings wirke sich das für das Spiel ausgesprochene Alkoholverbot des DFB auch negativ auf den Umsatz aus, sagte Oliver Pottmann, FAC-Projektleiter für das Auestadion.  

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