Stadt: Baden im trüben Bugawasser ist gefährlich

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Luftbild vom See: Blaualgen müssen nicht zwangsläufig blau sein. Sie können auch schwarz und grün sein. Der Farbunterschied zur Fulda ist aus der Luft gut zu sehen.

Kassel. Wer im trüben Bugasee badet, begibt sich in Gefahr: Die geringe Sichttiefe von 10 bis 20 Zentimetern erschwert die Rettung, wenn ein Schwimmer in Not gerät. Darauf weist das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel hin.

Update

Dieser Artikel wurde am 23. Juli, 12:30 Uhr, aktualisiert.

Und gerade bei heißen Temperaturen spiele schnell das Kreislaufsystem verrückt. Zudem sind Teile des Sees von Blaualgen befallen, die für Hautreizungen, Quaddeln, Übelkeit und Atemnot sorgen können.

Ein Badeverbot ist aktuell nicht in Sicht, das Gesundheitsamt warnt aber vor einem Bad im Bugasee. Die Kasseler hält dies nicht ab. Ein Grund: Viele übersehen die Warnungen an Bäumen im Uferbereich. "Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht ins Wasser gegangen", sagt Bodo Slink (68). "Der Bugasee ist ein Paradies. Aber das ist mir das Risiko nicht wert."

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Auch Sylvia Werner (29) hatte die Hinweise übersehen. Dabei sehe der See momentan eigentlich gut aus. "Vor vier Wochen war er viel verschmutzter." Ähnlich denken viele Badegäste. Die vorherrschende Meinung: Warnungen sind gut, aber die Entscheidung zu baden, soll jeder selbst treffen.

Doch dabei wird es wohl nicht bleiben: Um der Fürsorgepflicht gerecht zu werden, wird die Stadt früher oder später das Baden verbieten müssen. Man rechne fest mit einem Verbot, sagt Regula-Maria Ohlmeier, Leiterin des Umwelt- und Gartenamtes. Dann wird der See für drei bis vier Wochen tabu sein. So lange dauert es, bis die Blaualgen ihren Wachstumszyklus durchlaufen.

Um das Wachstum zu bekämpfen, hatte die Stadt neue Frischluftschneisen angelegt und auf ein Mähen der Wasserpflanzen verzichtet. Diese stehen in Konkurrenz zu den Blaualgen. Ob dies etwas gebracht hat, ist nicht feststellbar. Im vergangenen Jahr kam die Badewarnung zwar erst Anfang August, damals gab es aber keine so extreme Hitzeperiode, die das Blaualgenwachstum fördert.

"Es war uns aber klar, dass wir damit keine Abhilfe schaffen", sagt Ohlmeier. Alternativen habe man ohnehin nicht. Die bereits diskutierten Möglichkeiten wie eine Kläranlage auf Pflanzenbasis oder ein Durchstich zur Fulda seien zu teuer oder schlichtweg unwirksam.

Von Göran Gehlen

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