Kassel gibt in diesem Jahr 1,4 Millionen Euro für den Radverkehr aus

Stadt baut Radnetz aus

Platz für Radler: Fahrradstreifen wie auf der Goethestraße, auf dem Phillipp Grabow und Larsen Schmidt-Dickel fahren, soll es künftig häufiger in Kassel geben. Archivfoto: Socher

Kassel. In einem Stück können Radfahrer nur an wenigen Stellen durch Kassel fahren. Das Wegenetz ist oft nicht mehr als Stückwerk. Nach und nach will die Stadt das ändern. Langfristiges Ziel ist es, so den Anteil des Radverkehrs in Kassel zu steigern, der seit Jahren bei sechs Prozent stagniert.

Dazu werden in Kassel in diesem Jahr etwa 1,4 Millionen Euro ausgegeben. Zum Vergleich: Für Straßenbauprojekte investiert die Stadt insgesamt 30 Millionen Euro.

Neue, sichtbare Zeichen sind Fahrradbügel, die im Stadtgebiet aufgestellt worden sind und noch werden. Jeder Ortsbeirat hatte dazu Standorte vorgeschlagen. Der Bestand werde um 1400 neue Bügel erweitert, sagte der Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Gerhard Späth. Allein in der Innenstadt sollen dann 600 stehen. Kosten: 150 000 Euro, von denen das Land allerdings 80 Prozent zahlt.

1. Um es Radfahrern leichter zu machen, aus der Innenstadt zur Fulda und in die Unterneustadt zu fahren, wird die Ampel an Brüderstraße und Tränkepforte um einige Meter verlegt. Platz ist in Richtung Regierungspräsidium, dort liegt eine nicht mehr genutzte Bushaltestelle. Kosten: 75 000 Euro.

2. Auch in der Innenstadt sollen die Fahrradwege besser miteinander verbunden werden. Dazu werden die Straßen so umgebaut, dass der Radverkehr parallel zur Königsstraße (2) besser läuft. In der Folge soll man ohne größere Hindernisse vom Karlsplatz über den Friedrichsplatz bis zum Königsplatz radeln können. Kosten: 45 000 Euro.

3. Auf einem Abschnitt von 150 Metern wird der schmale Weg hinter der Hauptpost (3) zwischen Giesbergstraße und Holländischem Platz ausgebaut. Kosten: 15 000 Euro.

4. Die Friedrichsstraße bekommt einen Radstreifen, den Radfahrer auch gegen die Einbahnstraße befahren können. So wird die Verbindung zwischen Trompete und Wilhelmshöher Allee verbessert. Kosten: 35 000 Euro.

5. Die Lücke im Radwegnetz zwischen Kohlenstraße und Wilhelmshöher Allee soll geschlossen werden. Dazu werden auf der Wittrockstraße die Bordsteine verändert und die Ampel an der Kreuzung zur Kohlenstraße angepasst. Kosten: 95 000 Euro.

6. Größtes Rad-Projekt ist der Ausbau des Fernradweges R1 zwischen Wolfsanger und Grauer Katze. Gemeinsam mit der Gemeinde Fuldatal soll der Weg schließlich bis nach Wahnhausen befestigt und asphaltiert werden. Kosten: 900 000 Euro.

Größere derzeit laufende Projekte sind die Umbauten von Breitscheidstraße, Philippistraße und Tischbeinstraße. In diesem Zuge werden auf diesen Straßen dann Radstreifen markiert.

Nachdem die neue Tribüne des Auestadions fertiggestellt ist, wird der Vorplatz neugestaltet. Radfahrer sollen ihn danach besser umfahren können.

Losseradweg bereits fertig

Bereits fertiggestellt ist der Losseradweg. Für den Ausbau zwischen Bettenhausen und Niestetal hat die Stadt 140 000 Euro ausgegeben.

Außerdem soll es einheitliche weiß-grüne Schilder geben, die auf die Radrouten durch Kassel hinweisen. Erste Wegweiser stehen bereits am Radweg R1 zwischen Wolfsanger und Fuldatal. Ab September werden die vorhandenen Schilder nach und nach ersetzt. Insgesamt werden fast 3500 neue Schilder installiert. Kosten: 260 000 Euro, mehr als 80 Prozent davon bezahlt das Land Hessen.

Die Nachfrage beim Radverkehr müsse man durch eine Verbesserung des Angebots fördern. Wo immer möglich, versuche die Stadt Straßenbauprojekte fahrradfreundlich zu gestalten. „Aber die Treppenstraße bleibt, wie sie ist“, versichert Gunnar Polzin.

www.mobil-in-kassel.de

Von Claas Michaelis

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