Jugenddezernentin: Mindestverordnung nicht zu schaffen

Stadt fehlt das Geld für mehr Kita-Personal

Kassel. Mehr Personal, kleinere Gruppen: Die Mindestverordnung des Landes zur Kinderbetreuung macht der Stadt schwer zu schaffen. Während die reicheren Kommunen in Südhessen händeringend nach Fachpersonal suchen, fehlt in Kassel das Geld, um den gestiegenen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.

„Das Land stellt uns vor eine unlösbare Aufgabe“, sagt Jugenddezernentin Anne Janz (Grüne). Die Umsetzung der Mindestverordnung sowie der gleichzeitige Ausbau der Hortbetreuung und der Plätze für Kinder unter drei Jahren seien nicht zu schaffen. Wie andere Kommunen brauche auch die Stadt Kassel mehr Zeit. „Wir haben Schwierigkeiten, das Geld zusammenzubringen“, sagt Janz. Andere hätten Probleme, genügend Räume und Personal zu bekommen.

In Südhessen gingen manche Kommunen dazu über, die Erzieher besser zu bezahlen, um den Mangel zu beseitigen. Das Land sei gefordert, die bis Januar 2012 geltende Übergangsregelung bei der Gruppengröße zu verlängern und das zugesagte Geld für die zusätzlich eingestellten Erzieherinnen endlich zu zahlen. Wenn der Ausbau nicht schnell genug vorangehe, müssten Eltern abgewiesen werden. „Wir sind Universitätsstadt“, sagt Janz. Mit gut ausgebildeten Menschen, die arbeiten wollen. „Ich habe lange Wartelisten.“

Laut Janz werden noch 500 bis 600 Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren gebraucht. 700 gibt es bereits. Ab August 2012 sollen 16 neue Gruppen für unter Dreijährige, 125 weitere Hortplätze und 25 neue Kita-Plätze eingerichtet werden. Insgesamt stehen 8500 Betreuungsplätze in städtischen und freien Kindergärten bereit. 24 Millionen Euro bringt die Stadt im Jahr dafür auf. „Fachlich finde ich die Mindestverordnung in Ordnung“, sagt Janz. Um die finanziellen Ansprüche durchzusetzen, hat der Hessische Städtetag Grundrechtsklage gegen das Land Hessen erhoben. ZUM TAGE, NÄCHSTE SEITE

Von Ellen Schwaab

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