Renovierung des Boulevardtheaters geht nach Eröffnung des Kartenshops weiter - Erfolgreiche Saison

Stadt gibt der Komödie Sicherheit

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Ein freundlicher Empfang: Die neue Kartenverkaufsstelle der Komödie an der Friedrich-Ebert-Straße 37 zeigen Theaterleiter Michael Kaiser (links), Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier und Geschäftsführer Knut Schakinnis. 

Kassel. Drei Jahre weitere Planungssicherheit gewährt die Stadt Kassel der Kasseler Komödie. Die Zuschüsse für das private Boulevardtheater sollen in den Jahren 2012, 2013 und 2014 weitergezahlt werden, sagt Kulturamtschefin Dorothée Rhiemeier.

Allerdings ist die Summe gekürzt worden: Statt wie noch in diesem Jahr 130 000 Euro sollen dann nur noch je 110 000 Euro beigesteuert werden. Der Jahresetat liegt nach Angaben des Geschäftsführers Knut Schakinnis bei 540 000 Euro.

Geplant ist, sich langfristig ohne Zuschüsse halten zu können. Um die Einnahmen zu steigern, wurden deshalb die Eintrittspreise um 1,50 Euro erhöht auf jetzt 18 oder 21 Euro, je nach Sitzplatz, sagt Theaterleiter Michael Kaiser.

Erster Abschnitt fertig

Das Haus steckt derzeit in einer umfangreichen Bauphase. Ein Abschnitt ist zum morgigen Spielzeitstart fertiggestellt worden, der nächste, größere, folgt in den kommenden Monaten. Schakinnis hatte im vergangenen Jahr als Privatmann das Haus Friedrich-Ebert-Straße 37 um die Ecke der Komödie gekauft. Dort ist nun der Kartenverkauf des Theaters eingerichtet worden. Außerdem wurde das Theaterfoyer renoviert - neuer Teppich, frische Farben, warmes Licht. Nächster Abschnitt des insgesamt 200 000 Euro und von Schakinnis als Vorleistung privat finanzierten Bauprojektes wird die Verbindung der beiden Bereiche sein. Später sollen Besucher vom Kartenshop an der Friedrich-Ebert-Straße über einen Fahrstuhl das Foyer und den Vorführraum erreichen können, der jetzt noch über einen Eingang an der Friedrich-Engels-Straße erschlossen wird. Der Bau dieses Abschnitts habe sich aus Geldmangel verzögert, obwohl so viele Arbeiten wie möglich in Eigenleistung erledigt werden. An der Ebert-Straße wird später auch Gastronomie angeboten, zwei externe Interessenten gebe es bereits.

„Wir wollten das Haus in dieser Umbruchzeit nicht auf halber Strecke im Regen stehen lassen“, sagte Rhiemeier bei der Vorstellung der Pläne.

Schakinnis, der in Norddeutschland weitere Theater betreibt, hat sein eigenes Gehalt als Geschäftsführer gestrichen und arbeitet seit Mai ehrenamtlich für Kassel. Er sieht einen Grund für die schwierige finanzielle Lage in den niedrigen Eintrittspreisen. „Kassel hat die preiswerteste Komödie Deutschlands“, sagt er. Vergleichbare Theater in Berlin, Hamburg, Köln oder Frankfurt verlangten zwischen 23 und 39 Euro für die Karte. „Wir hatten gehofft, das Haus schneller auf eigene Füße zu stellen“, stellt er fest. Und betont, dass das Haus vor der Insolvenz der früheren Betreiber vor fünf Jahren von Stadt und damals noch vom Land 256 000 Euro Zuschüsse jährlich erhalten habe.

2010/11 war die erfolgreichste Saison des Teams: Die Platzausnutzung des Hauses lag bei 86,6 Prozent. Das lag auch an Stargast Ingrid Steeger.

Von Bettina Fraschke

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