Ausgespuckte Kaugummis: Reinigung würde Stadt Millionen kosten

Kassel. Millionen ausgespuckter und festgetretener Kaugummis auf dem Pflaster der Innenstädte verursachen einen Reinigungsaufwand, der hessenweit nach Schätzung von Fachleuten in die Millionen geht.

In Kassel haben die Stadtreiniger keine Kapazitäten frei, um die klebrigen Placken laufend in Handarbeit zu entfernen. Und den Urhebern solcher Verschmutzungen ist laut Ordnungsamt nicht beizukommen.

In Zentren von Städten wie Kassel kleben auf jedem Quadratmeter etwa 35 Kaugummis, hat ein Diplomand an der Universität Wuppertal in einer Abschlussarbeit zu dieser Problematik ermittelt. Das entspricht der Wahrnehmung des Unternehmers Karl-Hans Caprano, dessen Firma Technoform am Friedrichsplatz ansässig ist. Er empfinde es als „in höchstem Grade unhygienisch und ekelhaft“, dass es in der City „kaum noch einen Quadratmeter gibt, der nicht mit ausgespuckten Kaugummis verunreinigt ist“, schrieb Caprano kürzlich an Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Seine Forderung: Das Ordnungsamt solle verstärkt gegen Kaugummi-Spucker vorgehen.

Das habe kaum Erfolgsaussichten, sagt auf Anfrage ein Sprecher der städtischen Behörde. Zwar könnten Verwarnungs- und Bußgeld verhängt werden, wenn jemand öffentlichen Straßenraum etwa mit Hundekot, Kippen oder Kaugummis verschmutze. Doch gerade im letzteren Fall sei nur ganz selten ein Verursacher dingfest zu machen.

Für die Stadtreiniger stellen die klebrigen Klumpen das mit Abstand größte Säuberungsproblem dar, sagt Sprecherin Birgit Knebel: „Pro Kaugummi brauchen unsere Leute einige Minuten, da jeder Fleck aufwendig einzeln behandelt werden muss.“ Im Zuge der fortlaufenden Straßenreinigung sei das nicht zu machen, sondern allenfalls sporadisch und punktuell. Falls sich die Stadt eine nachhaltige Kaugummi-Entfernung leisten wolle, so Knebel, „wäre das eine Zusatzleistung, die extra vergütet werden müsste“.

Von Axel Schwarz

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