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Straßen und Wege müssen frei sein: Stadt Kassel appelliert, Büsche und Bäume zurückzuschneiden

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Von: Andreas Hermann

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Ein zum großen Teil über- und zugewachsener Gehweg. Das Foto zeigt den Grünen Waldweg im Kasseler Stadtteil Wehlheiden.
Darf nicht sein: Ein zum großen Teil über- und zugewachsener Gehweg. Das Foto zeigt den Grünen Waldweg im Stadtteil Wehlheiden. Laut Gesetz sind Straßen und Wege ganzjährig von Bewuchs freizuhalten. © Andreas Fischer

Die Stadt Kassel richtet einen Appell an Grundstücksbesitzer, den Grünbewuchs an ihren Grundstücken jetzt zurückzuschneiden.

Kassel – Der üppige Wuchs von Hecken, Sträuchern und Bäumen sorgt in Kassel immer wieder für Auseinandersetzungen – sowohl unter Nachbarn als auch zwischen der Stadt und Grundstückseigentümern beziehungsweise Grundstücksbesitzern. Wenn das Grün in den öffentlichen Straßenraum gewachsen ist und dadurch Verkehrsteilnehmer behindert werden, müssen Grundstückseigentümer mit einem amtlichen Schreiben in ihrem Briefkasten rechnen: mit der Anweisung nämlich, Busch und Baum umgehend zurückzuschneiden. Denn Straßen und Wege müssen frei sein.

„Jedes Jahr erreichen das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt zahlreiche Beschwerden von Verkehrsteilnehmern, insbesondere von Fußgängern, aber auch von Lkw-Fahrern, weil Hecken und Sträucher die Gehwege einschränken oder Äste über der Fahrbahn zu weit herabhängen“, berichtet ein Sprecher der Stadt Kassel. Hinzu kämen die Verstöße, die Straßenmeister bei ihren regelmäßigen Kontrollgängen im Stadtgebiet feststellten.

Grundlage dafür bildet das Hessische Straßengesetz, das dazu unter Paragraf 27 ausführt: „Die Eigentümer und Besitzer von Grundstücken innerhalb der geschlossenen Ortslage sind verpflichtet, den von ihrem Grundstück auf öffentliche Straßen ragenden Bewuchs zu beseitigen.“ Um die Straßen und Wege vom Grün freizuhalten und um Auseinandersetzungen darüber zu vermeiden, appelliert die Stadt Kassel, dass mit dem Herbst das Gartenjahr langsam zu Ende gehe und es jetzt Zeit für den Rückschnitt sei.

Das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt erinnere die Grundstücksbesitzer an ihre gesetzliche Pflicht, dafür zu sorgen, dass Hecken, Sträucher und Bäume nicht in den öffentlichen Straßenraum wachsen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. „Es wird empfohlen, beim Verschnitt den jährlichen Zuwachs mit einzukalkulieren, um im nächsten Jahr Konflikte mit den Straßennutzern zu vermeiden.“ Bei Fragen können sich Grundstücksbesitzer unter Nummer 0561 / 787 6229 an die Stadt wenden.

Nach ihren Angaben sind „die teilweise erheblich nötigen Rückschnitte“ nur von November bis Ende Februar erlaubt. Von März bis Oktober seien nur „Formschnitte“ unter strenger Berücksichtigung der Brutvögel möglich.

Die gesetzliche Verpflichtung, den Verkehrsraum von Bewuchs freizuhalten, bestehe aber ganzjährig und werde auch ganzjährig kontrolliert, betont der Stadtsprecher. „Wer der Aufforderung zum Rückschnitt von Gehölzen nicht oder nicht rechtzeitig nachkommt, muss mit einer kostenpflichtigen Ersatzvornahme rechnen.“ Das heißt: Er muss dafür zahlen, dass die Stadt oder eine von ihr beauftragte Firma den Rückschnitt vornimmt. (Andreas Hermann)

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