Erhöhte Strafen drohen in Kassel ab Frühjahr

Stadt ertappt mehr als 200 Parksünder am Tag

Kassel. Parksünder sollen in Zukunft härter bestraft werden. Das Bundesverkehrsministerium plant, die Geldbußen deutlich zu erhöhen. Dies könnte für die Kasseler Autofahrer teuer werden. Über 200 Knöllchen werden in der Fuldametropole pro Tag verteilt.

Knapp 80.000 sogenannte Parkverstöße hat die Stadt in diesem Jahr bisher registriert.

Dabei handelt es sich um das Parken ohne Parkscheine, das je nach Dauer unterschiedlich hart bestraft wird. Bis zu 30 Minuten kosten fünf Euro, das Verwarngeld steigt bis 25 Euro für über drei Stunden an. 67.000 Knöllchen wurden dabei 2012 bis jetzt für das Parken ohne Parkschein bis zu 30 Minuten vergeben. Gezählt werden dabei Parksünder, die ihre Parkzeit überzogen haben, und solche, die keinen Parkschein gezogen haben.

Angesichts der hohen Parkgebühren lohnt sich für Autofahrer das Risiko: Zwei Stunden im Stadtzentrum kosten 2,50 Euro. Eine Gebührenerhöhung wegen des kommunalen Schutzschirms hatte die Stadt bereits angekündigt. Damit würde das Parken ohne Parkschein noch attraktiver werden.

Genau dieses Missverhältnis zwischen Parkgebühren und Verwarngeld ist Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ein Dorn im Auge. Im Frühjahr soll das Verwarngeld um je fünf Euro steigen. Die Kasseler Stadtverwaltung bewertet dies positiv: „Das Ministerium erhöht mit den geänderten Geldbußen bei den Autofahrern den Anreiz, Parkgebühren ordnungsgemäß zu bezahlen“, sagt Pressesprecher Ingo Happel-Emrich. Rein rechnerisch könnte dann mehr Geld in die Stadtkasse fließen: Allein bei den Parkverstößen unter 30 Minuten würde die Summe von 335.000 Euro auf über 670.000 Euro ansteigen.

Ob dies eintritt, ist offen. „Dazu lässt sich keine Aussage treffen, da nicht vorhersehbar ist, ob und wie Autofahrer auf die erhöhten Geldbußen reagieren“, sagt Happel-Emrich.

Von Göran Gehlen

Rubriklistenbild: © Archiv

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