Kassel will weiter Schulden abbauen

Stadt Kassel kommt ohne Kredite aus: Das lässt sich mit 40 Millionen Euro finanzieren

Kassel: Die Stadt Kassel hat für das Jahr 2017 einen Überschuss in Höhe von 40 Millionen Euro erzielt. Was sich damit alles finanzieren lässt.

Der Herkules

Kassels Wahrzeichen – zumindest dessen Sanierung: Eine Summe von 40 Millionen Euro hat das Land Hessen bereits für die Sanierung des Herkules bewilligt beziehungsweise ausgegeben.

Drei Brücken

Die Sanierung der eigentlich vier Bauwerke an der Wolfhager ist mit 40 Millionen Euro veranschlagt.

22 Mannschaften

Fast 22 Fußball-Regionalliga-Mannschaften aus Kassel: Der Gesamtmarktwert der Spieler des KSV Hessen wird auf 1,85 Millionen geschätzt.

Ein Neubau in der City

40 Mio. kostete das Büro- und Geschäftshaus, das auf dem Grundstück des ehemaligen Stadtbads Mitte errichtet wurde.

Kassel will weiter Schulden abbauen

Seit vier Jahren trägt Christian Geselle (SPD) als Kämmerer Verantwortung für die Finanzen der Stadt. Vor vier Jahren – und zwar noch in der Amtszeit seines Vorgängers – habe Kassel letztmals einen Investitionskredit aufnehmen müssen, berichtet Geselle, der seit Juli 2017 auch Oberbürgermeister ist.

Dank der guten Finanzlage und dem fünften Haushaltsüberschuss in Folge (siehe Grafik) kommt Kassel im laufenden Geschäft ohne Kredite aus. Und das soll so bleiben. OB Geselle will noch in diesem Jahr von den rund 60 Millionen Euro an verbliebenen Kassenkrediten (so etwas wie Dispokredite) möglichst komplett herunterkommen und weitere Schulden tilgen. Von fast 800 Millionen Euro im Jahr 2012 habe man die Verbindlichkeiten auf rund 400 Millionen verringern können.

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Für 2018 rechnet die Stadt wiederum mit einem Überschuss. Dass die Jahresabrechnung für 2017 mit einem Plus von über 40 Millionen Euro abgeschlossen werden konnte, führte Geselle auch auf die nach wie vor anhaltende Ausgabendisziplin in er Stadtverwaltung zurück. Während sich im Vergleich zum Vorjahr die Erträge um 32,9 auf 866,6 Millionen erhöht haben, sind die Aufwendungen um 36,9 auf 828,6 Mio. Euro gestiegen.

Höhere Ausgaben

Die Mehrkosten entstanden vor allem durch höhere Transfer-/Sozialleistungen (225,5 Millionen Euro, Anstieg um 6,5 Millionen), Versorgungsaufwendungen (39 Millionen/3,7 Millionen mehr), Umlagen (84,3 Millionen, 5,2 Millionen mehr) und Personalkosten (156 Millionen/acht Millionen mehr). Dennoch gelang dank der noch deutlicheren Mehrerträge der satte Haushaltsüberschuss. 

So viele Schulden hat jeder Kasseler pro Kopf

Die seit dem Jahr 2013 durchweg positiven Jahresabschlüsse schlagen sich auch im Schuldenstand der Stadt Kassel nieder. 2013 wurden die Schulden durch die vom Land Hessen unter dem Schutzschirm geleisteten Zahlungen um rund 260 Millionen Euro reduziert. Vor allem in den vergangenen drei Jahren sei es gelungen, aus eigener Kraft weitere Schulden abzubauen, erklärte Oberbürgermeister Geselle. 

„Wir haben die Verbindlichkeiten der Stadt von 2015 bis 2017 um insgesamt rund 120 Millionen Euro reduzieren können.“ Damit beläuft sich der aktuelle Stand der Verbindlichkeiten noch auf rund 401,6 Millionen Euro. Umgerechnet auf die 204 021 Einwohner in der Stadt ergibt sich daraus eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1969 Euro pro Kasseler.

Rubriklistenbild: © Jens Wolf/Archiv dpa-avis

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