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Anti-Terror-Sperre: Stadt Kassel baut „Schutzwand“ für den Königsplatz

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Von: Andreas Hermann

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Der Kasseler Königsplatz und seine Zufahrtsmöglichkeiten: Die Verbindung zur Kölnischen Straße hin, links in der Bildmitte, soll nun durch einen 17 Meter breiten Anfahrtsschutz gesichert werden. archi
Der Kasseler Königsplatz und seine Zufahrtsmöglichkeiten: Die Verbindung zur Kölnischen Straße hin, links in der Bildmitte, soll nun durch einen 17 Meter breiten Anfahrtsschutz gesichert werden. archi © dieter schachtschneider

Eine feste Installation soll den Königsplatz in Kassel zur Kölnischen Straße hin dauerhaft absichern. Die Gesamtkosten liegen bei rund 360.000 Euro.

Kassel – Möglichst noch vor dem am 21. November beginnenden Weihnachtsmarkt will die Stadt Kassel den Königsplatz zumindest in eine Richtung durch eine fest installierte Anti-Terror-Sperre sichern – nämlich zur Kölnischen Straße hin. Geplant ist der Einbau einer stationären „Schutzwand“, die bei Bedarf aus dem Boden herausgefahren werden kann und so die Einfahrt von Fahrzeugen auf den Platz verhindern soll.

Ziel sei es, die Maßnahme bis zum Beginn des Marktes umzusetzen, sagte am Donnerstag der für Ordnung und Sicherheit zuständige Dezernent Dirk Stochla (SPD) auf Anfrage. „Witterungsbedingt und aufgrund der allgemein bekannten Lieferschwierigkeiten kann es jedoch zu Verzögerungen kommen.“

Kassel: Mobile Poller am Weihnachtsmarkt erstmals 2016

Nach Stochlas Angaben ist ein Gesamtkonzept aus stationären (im Boden verankerten) und zertifiziertem Stadtmobiliar vorgesehen. Die Gesamtkosten bezifferte er auf rund 360 000 Euro. Der Betrag beinhalte den stationären Anfahrtsschutz (ein Element) für rund 100 000 Euro, das zertifizierte Stadtmobiliar (optisch erinnernd an Blumenkästen) für rund 200 000 sowie die notwendigen Tiefbauarbeiten für 60 000 Euro.

„Alle Elemente zusammen schützen eine Breite von circa 17 Metern und verhindern ein ungewolltes Einfahren auf den Königsplatz über die Kölnische Straße“, betonte Stochla. Das Herunterfahren der „Schutzwand“ ermögliche weiterhin ein Beliefern der Anrainer des Platzes.

Als Kassel beim Weihnachtsmarkt 2016 mobile Poller aufstellte, war die Stadt die erste in der ganzen Republik, die eine Großveranstaltung mit Sperren vor Fahrzeugen zu schützen versuchte. Hintergrund war der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016. In Kassel sei der Zufahrtsbereich auf den Königsplatz über die Kölnische Straße seit langer Zeit von den Sicherheitsbehörden als ein Schwerpunkt beim Thema „Veranstaltungssicherheit/Sicherheit für den öffentlichen Raum“ identifiziert worden, erklärte Stochla.

Terror-Schutz in Kassel: „Dauerhafte Lösung“ für Großveranstaltungen

Schon länger würden daher bei Großveranstaltungen mobile zertifizierte Zufahrtssperren eingesetzt. „Dieses Schutzniveau soll nun durch eine dauerhafte Lösung in diesem Bereich durch stationäre Sicherungsmaßnahmen optimiert werden. Vorteile seien ein permanenter Zufahrtsschutz sowie ein insgesamt höheres Schutzniveau für Besucher des Königsplatzes nicht nur während größerer Veranstaltungen.

Das unter Einbeziehung eines „Risiko-Prozessmanagers“ erstellte Zufahrtsschutzkonzept berücksichtige auch die notwendigen Einbautiefen. „Denn in diesem Bereich führen unter der Kölnischen Straße in Richtung Königsplatz diverse (Haupt-)Leitungen, die den Innenstadtbereich mit Wasser, Gas und Strom versorgen.“ Diese unterirdische Infrastruktur schränke die Wahl von zertifizierten stationären Schutzelementen deutlich ein.

Im Finanzausschuss am Mittwochabend fragte der AfD-Fraktionsvorsitzende Sven R. Dreyer, ob es für diese Sicherungsmaßnahme keine günstigere Variante gegeben habe. Sicherlich gebe es auch günstigere Varianten, die Stadt habe sich aber mit Blick auf die Örtlichkeit und das Schutzziel für diese Variante entschieden, betonte Stochla. Zur Deckung der 360 000 Euro Gesamtkosten liege eine Förderzusage von 100 000 Euro des Landes Hessen vor. Der Eigenanteil der Stadt belaufe sich auf rund 260 000 Euro. (Andreas Hermann)

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