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Stadt Kassel richtet Kulturbeirat ein

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Von: Bettina Fraschke

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Vorstellung des Wegs zum neuen Kulturbeirat: Tobias Hartung (von links) und Carola Metz (beide Kulturamt), Kulturdezernentin Susanne Völker sowie Annekatrin Hanf und Sonja Hanschke (beide Kulturamt).
Vorstellung des Wegs zum neuen Kulturbeirat: Tobias Hartung (von links) und Carola Metz (beide Kulturamt), Kulturdezernentin Susanne Völker sowie Annekatrin Hanf und Sonja Hanschke (beide Kulturamt). © Bettina Fraschke

Kasseler Kulturszene kann bei neuem Kulturbeirat mitwirken – Registrierung läuft noch bis 15. Februar. Bei der Vollversammlung wird das neue Gremium gewählt, das der Arbeit der Kulturschaffenden mehr Stärke und Sichtbarkeit verschaffen soll.

Kassel – Eine Brücke zwischen Stadtpolitik und Kulturszene soll der neue Kulturbeirat der Stadt Kassel werden, den Kulturdezernentin Susanne Völker und das Kulturamt jetzt auf den Weg bringen. Der Beirat soll auf einer Vollversammlung der Kulturschaffenden gewählt werden. Dafür kann man sich bis 15. Februar registrieren und Kandidaten nominieren. Gestern wurde das Konzept im Kulturamt vorgestellt.

Das Ziel

Susanne Völker will einen „langfristigen Rahmen für die aktive Mitgestaltung an der kulturellen Weiterentwicklung der Stadt“ aufbauen. Die öffentlichen Kulturinstitutionen sollen besser mit der freien Szene vernetzt, beide mit der Stadtpolitik zusammengebracht werden. Die Stadtverordneten und der Magistrat möchten ein Ohr an den Sorgen der Kulturschaffenden haben.

Die Grundlage

Ausgangslage ist die Kulturkonzeption Kassel 2030, ein Plan, mit dem seit Jahren daran gearbeitet wird, Akteure der Kulturszene besser zu vernetzen, zu stärken und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. In diesem partizipativen Prozess ist 2018 beschlossen worden, einen Kulturbeirat einzurichten.

Die Vorarbeit

Das Kulturamt hat alles rechtssicher vorbereitet, sagt Amtsleiterin Carola Metz, es gibt eine Satzung, die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, und eine Geschäftsordnung, die der Magistrat beschlossen hat.

Ziel ist, so Susanne Völker, sich dann auf die inhaltliche Arbeit zu konzentrieren und nicht nur in einer Plenumssitzung ergebnislos durcheinanderzureden. Das Kulturamt richtet eine Geschäftsstelle für den Kulturbeirat ein und übernimmt alles Organisatorische. Im Vorfeld hat man sich bei Städten informiert, die bereits einen ähnlichen Beirat haben, etwa Wiesbaden und Augsburg. Außerdem hat eine Gruppe Kulturschaffender an der Vorbereitung mitgewirkt.

Die Nominierung

An der Vollversammlung am 29. März im Kulturbahnhof kann nur teilnehmen, wer sich bis 15. Februar online registriert hat. Teilnahmeberechtigt sind ehrenamtlich oder hauptberuflich Kulturschaffende mit Wohnsitz und Schaffensort in und um Kassel. Die Berechtigung wird nach der Registrierung vom Amt geprüft. Wer einen Sitz im Kulturbeirat übernehmen will, kann sich selbst für die Wahl nominieren – oder jemanden vorschlagen, den man gern in dem Beirat sähe. Die Wahlperiode beträgt dann drei Jahre.

Die Zusammensetzung

Der Kulturbeirat setzt sich aus Vertretern dreier Bereiche zusammen. Die freie Kulturszene ist in sieben Themenfelder aufgeteilt worden, von Theater und Tanz über Soziokultur bis Galerien. Ein achter Bereich ist für Spartenübergreifendes gedacht. Für jeden dieser Themenbereiche wird auf der Vollversammlung ein Vertreter gewählt. Kandidaten können nur für eine Sparte antreten.

Zu diesen acht Vertretern kommen die Kulturdezernentin und je ein Vertreter der großen öffentlichen Kulturinstitutionen Staatstheater, Museumslandschaft, documenta und Fridericianum sowie Universität/Kunsthochschule.

Zusätzlich schickt jede Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung ein Mitglied. Je nach Fraktionszahl besteht der Kulturbeirat also etwa aus 18 Mitgliedern.

Die Aufgaben

Der Kulturbeirat wird zweimal im Jahr tagen und den Magistrat beraten. Auf diesem Weg sollen Themen und Probleme der Kulturschaffenden identifiziert und das „Fach- und Praxiswissen“ der Szene in die Stadtverwaltung und über die Fraktionsvertreter auch ins Parlament eingebracht werden.

Damit „trägt die Stadt Kassel dem großen Engagement der Kasseler Kulturschaffenden Rechnung“, so Susanne Völker. Kommunale Kulturpolitik könne „vor allem dann erfolgreich sein, wenn sie sachorientiert agiert und die Verständigung in den Inhalten sucht“. Es gehe um nachvollziehbare und glaubwürdige Entscheidungen.

Service: Das Formular und alle Dokumente zum Kulturbeirat stehen online unter kassel.de/kulturbeirat

Von Bettina Fraschke

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