Schrott auf Rädern ab 50 Euro

Stadt versteigerte sichergestellte Autos

Kassel. Abgebrochene Außenspiegel, kaputte Frontscheiben und platte Reifen - die Stadt Kassel bot bei ihrer ersten Fahrzeugversteigerung sichergestellte Autos mit großen und kleinen Mängeln an.

Die Wagen wurden allesamt von ihren Eigentümern gesetzeswidrig abgestellt und deshalb von der Stadt sichergestellt. Nachdem sich die Eigentümer nicht meldeten oder ermitteln ließen, wurden die Autos zur Versteigerung freigegeben.

Insgesamt 15 Autos und drei Roller kamen am Freitag unter den Hammer. Zahlreiche Interessierte nahmen an der Auktion teil, um sich ein Schnäppchen zu angeln. Einer der Schnäppchenjäger war Hüseyin Aras von Reifen-Autoservice Kassel. „Das ist hier ein kleines Ersatzteillager, wo man ein gutes Geschäft machen kann.“ Besonders Getriebe, Motoren und Antriebswellen könnten gutes Geld einbringen, erklärte Aras. Vorausgesetzt der Preis werde bei der Auktion nicht hoch getrieben.

Ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Wagen: Felix Okenwa-Elem. Allerdings war der 22-Jährige nicht in eigener Sache unterwegs. „Ich bin für einen Freund hier. Der kann selbst nicht kommen und hat mir die Verantwortung übertragen, ein passendes Auto für ihn zu finden.“ Ein Schrottauto wieder flottzukriegen, traut sich Okenwa-Elem zu. „Bereits mit 15 Jahren habe ich angefangen, an Rollern und Autos herumzuschrauben. Da sind kleine Reparaturen kein Problem.“

Der 22jährige hatte ein Auge auf einen blauene VW Golf von 1993 geworfen. Nach einem kurzen Wettbieten bekam der Kasseler den Zuschlag für 125 Euro. „Mal schauen, ob ich meinem Kumpel damit einen Gefallen getan habe. Die Windschutzscheibe muss ausgetauscht werden und ein neues Zündschloss braucht der Wagen auch. Da muss man mindestens nochmal 300 Euro reinstecken. Was sonst noch gemacht werden muss, sieht man erst, wenn das Auto zuhause ist und wir es unter die Lupe nehmen.“

Die Stadt Kassel versteigerte die Fahrzeuge genauso, wie sie sichergestellt wurden. „Wir haben die Autos nicht geöffnet“, sagt Kathy Käferstein, Abteilungsleiterin der Kasseler Verkehrsüberwachung. „Sie werden so versteigert, wie sie von uns gefunden wurden. Wir wissen selbst nicht, was in den Handschufächern oder Kofferräumen drin ist. Es ist als ob man eine Wundertüte öffnet.“

Stadt Kassel versteigerte sichergestellte Autos

Trotz des miserablen Zustandes einiger Autos - sie waren zum Teil nicht fahrtüchtig - wurden alle Fahrzeuge versteigert. Insgesamt nahm die Stadt Kassel durch die Auktion etwas über 3000 Euro ein. Dabei wurde beispielsweise ein Peugeot von 1997 für 50 Euro versteigert. Am meisten brachte ein VW Golf, Baujahr 2001. Er wurde für 1009 Euro versteigert.

Kathy Käferstein zog im Anschluss ein positives Fazit: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und können uns auch vorstellen das Ganze im Frühjahr noch einmal zu wiederholen.“

Von Benjamin Kling

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