Kampagne zielt auf Einwanderer und Flüchtlinge

Beschneidung von Frauen: Stadt will wachsendes Problem angehen

Kassel. Der Zuzug von Einwanderern und Flüchtlingen lenkt die Aufmerksamkeit verstärkt auf eine grausame und menschenrechtsverletzende Praxis: die weibliche Genitalbeschneidung.

Immer mehr Frauen, die in Kassel leben, sind davon betroffen. Ihnen will die Stadt Kassel jetzt helfen.

Nach Schätzungen der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ leben in Deutschland 25 000 Frauen und Mädchen, die eine Beschneidung erleiden mussten und zum Teil noch darunter leiden. 2500 Kinder und Babys aus Einwandererfamilien sind bedroht. In Kassel sind mehrere hundert Frauen betroffen.

Bei der Genitalbeschneidung von Mädchen wird – häufig von medizinischen Laien und ohne Betäubung – das äußere weibliche Geschlechtsorgan teilweise oder vollständig entfernt. Weltweit wird dieses gesundheits- und lebensbedrohliche Ritual in drei Dutzend, vorwiegend muslimisch geprägten Staaten im Nordosten Afrikas praktiziert.

Anne Janz, Kassels Dezernentin für Jugend-, Schule, Frauen und Gesundheit, hat der Genitalbeschneidung den Kampf angesagt. Mit einer Aufklärungskampagne setzt sie vor allem auf Prävention: „Wir wollen Frauen aus anderen Kulturkreisen ermutigen zu sagen: Ich möchte das meinen Töchtern nicht antun.“ Dabei solle ohne Vorverurteilungen vorgegangen werden. Einwandererfamilien müssten aufgeklärt werden, dass die Verstümmelung weiblicher Genitalien hier als gefährliche Körperverletzung gilt und mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren geahndet wird.

Zu einer Fortbildung des Kasseler Jugendamts kamen jetzt über 300 Erzieherinnen. Sie wurden darin geschult, wie in Kitas vorbeugend gearbeitet und das Gespräch mit den Eltern gesucht werden kann. Für den Fachreferenten Dr. Christoph Zerm von der Uni Witten/Herdecke steht fest: „Die Verstümmelung weiblicher Genitalen dient einem einzigen Ziel: Frauen zu unterdrücken.“ (chr) 

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Rubriklistenbild: © dpa

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